Regierung bläst zum Öffnungszeiten-Erweiterungs-Wettstreit Auf der Strecke bleiben die Frauen

Linz (OTS) - Laut Minister Bartenstein wird die Konkurrenz der Bundesländer dazu führen, dass von den per Gesetz erweiterten Ladenöffnungszeiten reichlich Gebrauch gemacht wird. Auf der Strecke werden dabei die überwiegend weiblichen Handelsangestellten bleiben, befürchtet die AK-Frauenredaktion.
Im Handel sind rund 70 Prozent der Beschäftigten weiblich, im Ver-kauf sogar rund 80 Prozent. Das neue Öffnungszeitengesetz, das nun in Kraft getreten ist, wird für diese Frauen die Vereinbarkeit von Beruf und Familie noch schwieriger machen.
Zwar halten Oberösterreich und einige andere Bundesländer in ihren zum Gesetz erlassenen Verordnungen vorerst an den alten Öffnungszeiten fest. Doch bleibt abzuwarten, ob diese Regelung bis nach den jeweiligen Landtagwahlen hält.
Nennenswerte Effekte auf das Beschäftigungsausmaß sind dadurch nicht zu erwarten, wie Untersuchungen nach der Liberalisierung Mitte der 90er-Jahre in Österreich und Deutschland belegen. Vielmehr hat der Anteil an nicht existenzsichernden Teilzeitjobs und geringfügiger Beschäftigung im Handel in den letzten Jahren massiv zugenommen, diese Tendenz dürfte sich fortsetzen. Die Einkommens-schere zwischen Männern und Frauen droht dadurch noch größer zu
werden.
Noch schwieriger wird für die betroffenen Frauen die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Denn selbst wenn die Forderungen nach längeren Öffnungszeiten bei den Kinderbetreuungseinrichtungen einmal nicht ungehört verhallen sollten, bleibt die Frage danach, was Kindern eigentlich zumutbar ist. Eine Frau, die bis 21 Uhr im Geschäft stehen muss, müsste ihr Kind dann um 21.30 Uhr im Kindergarten aufwecken, heimbringen und dort wieder schlafen legen. Wir meinen: Die biologischen Bedürfnisse von Kindern sind gewichtiger als die wirtschaftlichen Interessen der großen Handelsketten.
Diese - und nur diese - werden nämlich von den erweiterten Öffnungszeiten profitieren.

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