NÖ: Keine Entspannung der Dürre-Situation in der Landwirtschaft

Plank fordert verbilligtes Futtergetreide aus EU-Interventionslagern

Wien (AIZ) - Nach wie vor keine Entspannung zeichnet sich für die niederösterreichische Landwirtschaft in der Dürre-Problematik ab. Wie Agrarlandesrat Josef Plank heute gegenüber dem AIZ berichtete, gibt es in mehreren Regionen des Bundeslandes beachtliche Ernteeinbußen bei Getreide. Im Grünlandbereich haben die Trockenschäden zu großen Problemen bei der Futteraufbringung geführt. Die Aussichten für die kommenden Tage lassen eine Verschärfung der Situation befürchten. Die Experten des Landes helfen laut Plank dort, wo die Wasserversorgung bereits zum Problem geworden ist. Das Land NÖ fördert die vom Bund ins Leben gerufene Futtermittel-Ankaufsaktion mit einem Betrag von EUR 1,5 Mio. Um die Bauern bei der Bereitstellung von Futtermitteln zu unterstützen, spricht sich Plank nachdrücklich für die Abgabe von vergünstigtem Futtergetreide aus EU-Interventionslagern aus.

Getreide: Einbußen bis 50%

"Eine normale Erntesituation gibt es dieses Jahr im ganzen Land nicht, die Auswirkungen der extremen Trockenheit sind aber in Niederösterreich sehr unterschiedlich", erläutert Plank. Bei Getreide habe es in manchen Regionen Ertragseinbrüche bis 50% und mehr gegeben, besonders bei Weizen. Bei Raps seien auch Totalausfälle gemeldet worden. "Hauptbetroffen im Getreidebereich war der Süden des Landes, also das Industrieviertel, aber auch Teile des Wein- und Waldviertels. Was die noch auf dem Feld stehenden Kulturen wie etwa Sonnenblumen betrifft, so hängt die Ernte davon ab, wie sich die Witterung in den nächsten Tagen verhält", so der Landesrat. Die Aussichten seien aber nicht günstig.

Problematisch sei die Lage auch im Grünland, hier seien vor allem das nördliche Waldviertel, der Raum Amstetten und die ganzen Voralpentäler betroffen. In einigen Regionen habe es in letzter Zeit kleinere Niederschlagsmengen gegeben, zum Teil habe sich die Situation entspannt. "Das heißt aber nicht, dass hier wieder ausreichend Futter vorhanden ist. In zahlreichen Gebieten lieferte der erste Schnitt nur zwei Drittel der Durchschnittsmenge, der zweite manchmal nur 30%. In diesen Gebieten ist auch der Mais, vor allem auf trockenen, schottrigen Böden gefährdet", so Plank. Viele Betriebe kämpfen mit dem Problem, ausreichend Futter für ihre Tiere zu bekommen.

Im Gemüsebau gibt es nach Angaben des Landesrats sehr deutliche Unterschiede: "Wo beregnet werden kann, sind die Erträge zwar schwächer aber stabil. Dafür fallen aber hohe Kosten für die Bewässerung an. Dort, wo nicht beregnet wird, sind die Erträge zum Teil sehr schwach", berichtet Plank.

EU soll verbilligtes Interventionsgetreide zur Verfügung stellen

Um den von der Dürre betroffenen Betrieben zu helfen, hat das Land NÖ für die Futtermittel-Ankaufsaktion des Bundes Mittel von EUR 1,5 Mio. bereitgestellt. Gemeinsam mit den Bundesmitteln aus dem Katastrophenfonds von EUR 3 Mio. und Ländergeldern in gleicher Höhe sollen bekanntlich insgesamt EUR 6 Mio. für die Beschaffung von Raufuttermitteln und -Ersatzprodukten zur Verfügung gestellt werden. "Wir unterstützen auch die Futtermittelvermittlung über Börsen, hier wird vieles auch privatwirtschaftlich vor Ort organisiert", so Plank. Schwierig sei die Futterbeschaffung auch im Biolandbau.

Die Nutzung von Bracheflächen zu Futterzwecken sei bereits angelaufen. Als wichtigen Beitrag für die Bereitstellung ausreichender Futtermittel bezeichnet der Agrarlandesrat die Abgabe von verbilligtem Getreide aus Interventionslagern. "Ich unterstützte Bundesminister Josef Pröll in seiner diesbezüglichen Forderung an die EU-Kommission", so Plank. Diese Thematik wird, wie bereichtet, beim Verwaltungsausschuss Getreide am 14.08. in Brüssel erneut behandelt. (Schluss) kam

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