Salzburg AG: Vom Verkehrsbetrieb zum Mobilitätsanbieter Nr. 1

Zusammenführung von StadtBus und Lokalbahn zu einem Betrieb - Service- & Qualitätsoffensive für die Fahrgäste - Ferienticket 2003 sehr gut angenommen

Salzburg (OTS) - 100 Tage nach seinem Start als neuer Chef des StadtBus kann Gunter Mackinger bereits erste Erfolge verbuchen. Zeitgemäße Verkehrsangebote und eine Sauberkeits- und Sicherheitsoffensive sind in Arbeit. Das gemeinsame Dach ist ein neuer Verkehrsbereich der Salzburg AG, in dem StadtBus und Lokalbahn vereint sind.

Dr. Arno Gasteiger, Vorstandssprecher der Salzburg AG, verweist auf den Stellenwert des Verkehrs innerhalb der Salzburg AG: "Schon bei der Fusion von SAFE und Salzburger Stadtwerken im Jahr 2000 waren StadtBus und Lokalbahn integrativer Bestandteil des neuen Unternehmens mit seiner breiten Angebotspalette. Damals ist es gelungen, durch Verträge und Kooperationen mit den Ländern Salzburg und Oberösterreich und der Landeshauptstadt die Finanzierung des öffentlichen Verkehrs langfristig auf eine solide Basis zu stellen."

Im Sommer 2003 gelang mit der Unterzeichnung des neuen Verkehrsdienste-vertrages mit dem Salzburger Verkehrsverbund ein weiterer Meilenstein zur Attraktivitätssteigerung des ÖPNV in Salzburg. "Jetzt", so Gasteiger weiter, "gehe es darum, noch effizienter zu werden, was auch durch das Richtung weisende 'Magdeburger Urteil' gefordert sein wird".

EU: Rechtliche Rahmenbedingungen definiert

Im EU-Recht sowie im nationalen Recht gibt es grundsätzlich eine Ausschreibungspflicht für gemeinwirtschaftliche Leistungen im Verkehrsbereich. Das bedeutet, dass Gebietskörperschaften nur im Rahmen der im so genannten 'Magdeburger Urteil' definierten Bedingungen Zuwendungen an Verkehrsunternehmungen tätigen dürfen. Beim 'Magdeburger Urteil' ging es darum, ob Zuschüsse der Stadt Magdeburg an das regionale Verkehrsunternehmen Transmark als "staatliche Beihilfen" anzusehen sind. Die Entscheidung der EuGH-Richter: solche Zuschüsse sind keine Beihilfen, sondern ein finanzieller Ausgleich für die erbrachten Leistungen.

Für Verkehrsbetreiber wie die Salzburg AG gilt das jedoch nur, wenn das Unternehmen erfolgreich wirtschaftet. Bei Lokalbahn und StadtBus sind nun weitere Rationalisierungen notwendig.

Gasteiger: "Wir wollen das Machbare mit dem Notwendigen verknüpfen. Also Straffen und Optimieren, aber keinesfalls kaputt sparen. Und wir investieren dort, wo es Sinn macht."
Ein gutes Beispiel dafür ist das Ferienticket, mit dem den Salzburger Jugendlichen das Busfahren auch in den Ferien zu einem günstigen Tarif angeboten werden kann. Gasteiger: "Jetzt kostet das Ferienticket nur noch 10 Euro - früher hat dieses Ticket fast das Doppelte gekostet. Das ist eine sinnvolle Kundenbindungsaktion, Schüler sind immerhin die Fahrgäste von Morgen." Bisher wurden 2.800 solcher Ferientickets verkauft (2002: 1.700).

Zusammenführung von StadtBus und Lokalbahn

Unter der Leitung von Vorstandsdirektor Mag. August Hirschbichler wird die Zusammenführung von StadtBus und Lokalbahn in mehreren Arbeitsgruppen vorangetrieben. Hirschbichler: "Mehr Wirtschaftlichkeit durch die Zusammenlegung von bisher zwei parallel tätigen kaufmännischen und technischen Abteilungen oder die Reduktion des Fuhrparks bringen Synergien und Einsparungen, die letztlich zu einem verbesserten Betriebsergebnis führen müssen. Unsere Mitarbeiter sind aktiv eingebunden, den Verkehr von Morgen mitzugestalten."

Ziel: Etappenweise Reduktion der Verluste

Nach der Liberalisierung bei Strom und Gas steht nun die EU-weite Liberalisierung des ÖPNV an. Die dadurch beabsichtigte Verschärfung des Wettbewerbs erfordert weiterhin die konsequente Straffung aller Betriebsbereiche. Trotz erheblicher Zuschüsse durch die öffentliche Hand steht eine nachhaltige Verbesserung der Wirtschaftlichkeit an. Hirschbichler: "Obwohl der Abgang aus dem Betrieb von StadtBus und Lokalbahn in den drei vergangenen Jahren von gesamt Euro 8,7 Mio. auf rund Euro 6,9 Mio. reduziert werden konnte, müssen wir in den nächsten Jahren alle Anstrengungen unternehmen, um die Verluste in mehreren Etappen weiter zu minimieren."

Vom Fahrgast zum Fan

Verkehrschef Gunter Mackinger: "Wir investieren Geld und Manpower in Verbesserungsmaßnahmen, die der Fahrgast spürt: besser koordinierte Fahrpläne, bedarfsorientierte Linienführung, saubere Busse und mehr Sicherheit. Unsere Kunden werden auch nicht durch ein neues Erscheinungsbild verunsichert, das durch die Zusammenführung der beiden Verkehrsbereiche denkbar gewesen wäre. Vielmehr wird das Corporate Design von StadtBus und Lokalbahn beibehalten."

Die Themen "Sicherheit" und "Sauberkeit" wurden als rasch umsetzbare Sofortmaßnahmen definiert. Mackinger: "Das subjektive Sicherheitsgefühl unserer Fahrgäste - und damit ist nicht die Verkehrssicherheit unserer Linienfahrzeuge gemeint - darf nicht unterschätzt werden. Wir haben daher in Zusammenarbeit mit Sicherheitsexperten mehrere Punkte erarbeitet. So gibt es bauliche Veränderungen und bessere Beleuchtung, damit die Sitzgelegenheiten nicht als Schlafstätten missbraucht werden können."

Sowohl StadtBus-Mitarbeiter als auch Exekutive und Wachdienst sollen verstärkt vor Ort präsent sein, auch die eigenen Mitarbeiter werden entsprechend geschult.

100.000 Euro für mehr Sauberkeit

Mackinger: "Um die Sauberkeit der Fahrzeuge zu erhöhen, investieren wir zukünftig Euro 100.000 mehr im Jahr. Es werden mobile Reinigungstrupps eingesetzt, die die Obusse auch bei Aufenthalten in den Haltestellen von den gröbsten Verunreinigungen befreien. Die 'Service-Reinigung' der Fahrzeuge in der Zentralgarage erfolgt alle drei Monate, ab sofort wird es auch einmal jährlich eine große Jahresreinigung geben. Dabei wird ein vielfaches an Zeit investiert, um z.B. die Sitze nass reinigen zu können und das Fahrzeug inklusive Innendach sauber auf die Reise zu schicken."

Praxisorientiertes Verkehrsangebot

Liniennetz und Fahrplan werden den realen Lebensumständen unserer Fahrgäste angepasst. Da nur noch wenige Schulen samstags Unterricht haben, ist vorgesehen, vormittags das Verkehrsangebot zurückzunehmen, dafür aber am Nachmittag verstärkt zu fahren. Damit wird den geänderten Einkaufsgewohnheiten der Salzburger entsprochen. Bei Großveranstaltungen will Mackinger mit flexibleren Angeboten reagieren, die verlängerte Betriebszeit bei der heurigen Festspieleröffnung war ein erstes Beispiel dafür.

Ziel: Mobilitätsanbieter Nr. 1 in der Stadt Salzburg und Umgebung

Mackinger: "Wir wollen der Mobilitätsanbieter Nr. 1 werden -gerade weil der Markt Öffentlicher Verkehr liberalisiert wird. Wir wollen, dass unsere Fahrgäste Obus-Fans werden."

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