Profilierung als der Paneuropäische Osteuropaspezialist: 50 % Steigerung des Passagieraufkommens von und nach Ost- und Zentraleuropa bis 2008

Ergebnisentwicklung und Bilanz für das erste Halbjahr 2003

Wien (OTS) - Rechtzeitige und umfangreiche Gegensteuerung federte Negativtrend teilweise ab

Ausgeglichenes bis leicht positives EBIT für Gesamtjahr erwartet

Die Austrian Airlines Group hat im, durch den Irakkrieg, SARS und die anhaltende Konjunkturflaute negativ gekennzeichneten ersten Halbjahr 2003, ein operatives Ergebnis (EBIT) im Ausmaß von EUR -23,3 Mio. erwirtschaftet. Das Halbjahresergebnis vor Steuern (EGT) beträgt EUR -28,6 Mio. im Vergleich zu EUR 4,3 Mio. im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Als Konsequenz der Entwicklungen im ersten Halbjahr wird für das Gesamtjahr ein ausgeglichenes bis leicht positives EBIT prognostiziert. Das Passagieraufkommen der Austrian Airlines Group verringerte sich in den ersten sechs Monaten aufgrund der genannten Effekte um 5,8 % auf 3.847.698 beförderte Passagiere.

Vagn Soerensen, Vorstandsvorsitzender der Austrian Airlines Group aktuell zur Halbjahresbilanz: "Mit den beiden von uns bereits Anfang des Jahres eingeleiteten Kostensenkungsprogrammen, der umfangreichen Angebotsreduktion und offensiven Marketingaktionen konnten wir den Negativtrend einigermaßen auffangen. Nach Bewältigung des ersten Halbjahres gehen wir jetzt wieder in die Offensive. Wir werden die EU-Osterweiterung als "Turbolader" für unser Kerngeschäft, den Ost-West / West-Ost Transfer aktiv nutzen und haben uns das Ziel gesetzt unsere Marktführerschaft in diesem Raum in den nächsten fünf Jahren um weitere 50 % zu steigern. Darüber hinaus werden wir im Herbst innovative, neue Produkte, eingebettet in einen neuen Marktauftritt, auf den Markt bringen!"

Ergebnis rückläufig

Das Ergebnis lag im ersten Halbjahr unter dem Vorjahreswert. Das EBIT erreichte EUR -23,3 Mio., was einem Rückgang um EUR 53,0 Mio. entspricht. Das Ergebnis vor Steuern lag bei EUR -28,6 Mio. nach EUR 4,3 Mio. im Jahr zuvor. Das Jahr 2003 war bisher durch die schwache Konjunkturentwicklung, den Irakkonflikt und SARS gekennzeichnet. Vor diesem Hintergrund liegt die Ergebniserwartung für das Gesamtjahr bei einem ausgeglichenen- bis leicht positivem EBIT.

Mag. Thomas Kleibl, Finanzvorstand der Austrian Airlines Group:
"Trotz rückläufiger Nachfrage und ebensolcher Umsatzentwicklung konnten wir auch in den ersten sechs Monaten unsere verzinslichen Verbindlichkeiten um weitere EUR 120,9 Mio. reduzieren. Weitere Effizienzsteigerung in Form von Kostensenkung und Ertragssteigerung ist "the name of the game" für das zweite Halbjahr. Strukturelle Schwachstellen wie z.B. die Wettbewerbsfähigkeit des AUA-Flugbetriebes müssen sukzessive in den auf Sozialpartnerebene stattfindenden Gesprächen behoben werden, wie auch das Gebührenniveau bestimmter externer Zulieferer im Rahmen weiterer Verhandlungen gesenkt werden muss."

Das Halbjahres-Ergebnis der Austrian Airlines Group im Überblick

1-6/2003 1-6/2002 +/- % Umsatzerlöse EUR Mio. 941,3 1.030,9 -8,7 EBITDAR bereinigt 1) EUR Mio. 85,1 156,9 -45,8 EBITDAR EUR Mio. 183,4 252,4 -27,3 EBIT bereinigt 2) EUR Mio. -52,5 7,0 - EBIT EUR Mio. -23,3 29,7 - Ergebnis vor Steuern bereinigt 2) EUR Mio. -60,0 -24,2 - Ergebnis vor Steuern EUR Mio. -28,6 4,3 - Operativer Cash Flow EUR Mio. 149,0 305,6 -51,2 Relationspassagiere 3.847.698 4.086.550 -5,8 Passagierfaktor (Linie) % 66,0 68,6 -2,6P. 1) Bereinigt um Gewinne aus Anlageverkäufen und um stichtagsbezogene Fremdwährungsbewertungen 2) Bereinigt um Gewinne aus Anlageverkäufen, stichtagsbezogene Fremdwährungsbewertungen und Ab-/Zuschreibungen aufgrund Bewertungen von Flugzeugen

Umsatz rückläufig

Trotz gesteigerter Passagierkilometer gingen die Flugumsätze auf Grund der geänderten Nachfrage und rückläufiger Einheitserträge von EUR 960,2 Mio. um 8,7 % auf EUR 877,1 Mio. zurück. Sonstige betriebliche Erträge ergaben sich aus der Stichtagsbewertung von Fremdwährungsverbindlichkeiten. Die Betriebsleistung der Austrian Airlines Group lag im ersten Halbjahr bei EUR 1.066,7 Mio. nach EUR 1.160,0 Mio. (-8,0 %) im Vorjahr.

Aufwendungen deutlich gesenkt

Die Betriebsaufwendungen konnten im ersten Halbjahr um 3,6 % auf EUR 1.090,0 Mio. gesenkt werden. Die rasche Umsetzung der Einsparungsprogramme (5 % für das Gesamtjahr, 10 % temporär für drei Monate) zeigte vor allem im zweiten Quartal mit einem Rückgang des Betriebsaufwands um 13,0 % eine deutliche Wirkung.

Eine weitere Reduktion der Kosten, wie etwa im Austrian Airlines Flugbetrieb und bei den Gebührenniveaus einiger externer Zulieferer ist dennoch notwendig.

Durch die seit 2001 durchgeführte Absicherung der Treibstoffpreise konnten die Auswirkungen der Ölpreissteigerungen - bis zu 80 % als Auswirkung des Irak-Krieges - im ersten Halbjahr 2003 abgefangen werden.

Verbindlichkeiten reduziert

Weitere Fortschritte wurden bei der konsequenten Reduktion der Verbindlichkeiten erzielt. Gegenüber dem Jahresendstand verringerten sich die verzinslichen Verbindlichkeiten um EUR 120,9 Mio. Das Net Gearing sank auf 267,7 % nach 290,4 % zum 31. Dezember 2002.

Operativer Cash Flow zurückgegangen

Vor allem durch den im Vergleich zum ersten Halbjahr des Vorjahres rückläufigen Mittelzufluss aus dem Working Capital lag der Operative Cash Flow im Berichtszeitraum bei EUR 149,0 Mio. nach EUR 305,6 Mio. im Vorjahr.

Infolge des stark reduzierten Investitionsvolumens konnte der Bestand an Liquiden Mitteln sowie Wertpapieren gegenüber dem Niveau des Jahresendstandes 2002 um EUR 78,6 Mio. auf EUR 313,7 Mio. gesteigert werden.

Marketingoffensiven fangen negativen Verkehrstrend teilweise ab

Im Linienverkehr stieg im ersten Halbjahr 2002 die Kapazität gegenüber der schwachen Vergleichsperiode des Vorjahres. Die angebotenen Sitzkilometer erhöhten sich um 5,9 %. Die globale Unsicherheit in Zuge des Irak-Konflikts und SARS sowie die weltweite Abschwächung der Konjunktur bewirkten, dass sich die ausgelasteten Passagierkilometer - als Maß der Nachfrage - nur um 1,9 % erhöhten. Der Passagierfaktor fiel dadurch auf 66,0 % (-2,6P.). Die Zahl der transportierten Passagiere ging um 7,0 % auf 3.254.238 zurück. Die Umsatzerlöse im Segment Linie erreichten EUR 768,9 Mio. nach EUR 854,8 Mio. im Vorjahr (-10,0 %). Das EBIT ging von EUR 26,0 Mio. auf EUR -20,1 Mio. zurück.

Durch die rasche Konzeption und Umsetzung weltweiter Angebots- und Preisoffensiven konnte in der Zeit, in welcher der Markt und die Nachfrage nicht gewachsen sind, Geschäft für die Austrian Airlines Group akquiriert werden. Marketingvorstand Dr. Josef E. Burger resümiert: "Mit den beiden "Magic Price Offensiven" konnten wir knapp 300.000 zusätzliche Buchungen einfahren. Auch im Herbst stehen zahlreiche Innovationen bevor, mit denen wir die Nachfrage in allen Kundengruppen ankurbeln werden. Darüber hinaus werden wir alles daran setzen, um die Angebotslücken, die der selektive Rückzug der Swiss hinterlässt, zugunsten der Austrian Airlines Group zu schließen!"

Im Chartergeschäft wurde das Angebot gegenüber dem Vorjahr erhöht. Die angebotenen Sitzkilometer wurden um 4,8 % gesteigert. Die ausgelasteten Passagierkilometer gingen durch die einsetzende Nachfrageschwäche hingegen um 1,0 % zurück. Die Umsatzerlöse im Segment Charter beliefen sich auf EUR 108,2 Mio. nach EUR 105,4 Mio. im Vorjahr. Das EBIT fiel auf EUR -4,4 Mio. nach EUR 1,5 Mio.

Strategische Flottenbereinigung fortgesetzt

Das Investitionsvolumen betrug in den ersten sechs Monaten des Jahres 2003 EUR 55,9 Mio. nach EUR 205,0 Mio. im Vorjahr (-72,7 %). Auf Basis langfristiger, fixer Bezugsverträge, wurden moderne und kosteneffiziente Flugzeuge neu in die Flotte übernommen: im ersten Halbjahr wurden zwei Dash 8-400, im Juli eine B737-800 in die Flotte integriert.

Bei der strategischen Flotten- und Geschäftsfeldbereinigung wurden im Berichtszeitraum bedeutende Schritte gesetzt. Mit dem Verkauf von zwei Lear 60 Business Jets, kann das Geschäftsfeld "Corporate Jet" komplett aufgelassen werden. Die Bestellung des vierten Boeing 777 Langstrecken-Jets wurde in eine Bestellung über drei Mittelstrecken-Flugzeuge des modernen Typs Boeing 737-800 umgewandelt. Zudem konnte eine Kaufoption für einen weiteren Embraer-Jet beim Hersteller storniert werden.

Im Zuge der konsequent verfolgten Reduktion nicht benötigter Kapazitäten und des angestrebten Leerkostenabbaus waren per 30. Juni drei Dash 8 (eine davon mit Kaufvereinbarung) und insgesamt fünf Boeing 767 vermietet. Eine von derzeit drei an Lauda Air Italy vermieteten Boeing 767 wird vereinbarungsgemäß im dritten Quartal an die Austrian Airlines Group zurückgestellt und von dieser im Charterverkehr eingesetzt.

Derzeit vorhandene Überkapazität wird nach Möglichkeit verwertet bzw. bei einer Erholung der Märkte wieder eingesetzt.: "Unsere Vorhaben in der Flottenharmonisierung wurden durch die am Markt vorhandenen Überkapazitäten verlangsamt, aber keineswegs zurückgestellt." betont Dr. Walter Bock, Vorstand für Flugbetrieb, Technik und Bodendienste die klaren Zielsetzungen.

Ost- und Zentraleuropa-Offensive in Vorbereitung

Bereits im August 2003 wird das Erdöl-Logistikzentrum Baku in Aserbaidschan ins Streckennetz aufgenommen. Mit Beginn des Winterflugplans folgt neben zahlreichen Frequenzaufstockungen auf bestehenden Routen, Rostov in Südrussland als neue Destination, womit die Austrian Airlines Group dann bereits 35 Destinationen in Ost- und Zentraleuropa bedienen wird.

Dr. Burger zur Zielsetzung für den Ausbau der Marktführerschaft in diesem Raum: "Unser Ziel ist das Passagieraufkommen von und nach Ost-und Zentraleuropa von dzt. rd. 1,2 Millionen Passagiere bis 2008 um weitere 50 % zu steigern. Unser Osteuropanetz hat bereits jetzt einen Anteil von 27 % am gesamten Streckennetz und 18 % am Gesamtpassagier-aufkommen. Wir werden dessen Ertragsanteil von dzt. rd. 15 % durch unsere weitere Profilierung als "der" paneuropäische Osteuropaspezialist substanziell steigern!"

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