Gefahrguttransporte: Umstellung der Beförderungspapiere

Anpassungen auch bei Begleitpapieren erforderlich

Wien (PWK518) - "Beförderungspapiere für Gefahrguttransporte sind mit Mittwoch, den 13. August 2003, nur mehr nach dem ADR 2003 zu erstellen. Im Bundesgesetzblatt wird die Novelle des Gefahrgutbeförderungsgesetzes nach Information des Verkehrsministeriums in Kalenderwoche 33 veröffentlicht (BGBl I Nr 61). Für die Verlader- und Transportswirtschaft ist damit die Übergangsfrist, Beförderungen nach dem ADR 2001 durchzuführen, auch bei innerstaatlichen Transporten abgelaufen. Aufgrund von ADR/RID 2003 ändern sich auch sämtliche Unfallmerkblätter für Straße und Schiene", teilt Doz. Stephan Schwarzer, Leiter der Abteilung für Umwelt-, Energie- und Infrastrukturpolitik, anlässlich der Veröffentlichung des Gefahrgutbeförderungsgesetzes mit.

Im Beförderungspapier müssen den etwa 4.000 vierstelligen Nummern, welche die Gefahrgüter zuordnen, die Buchstaben "UN" vorangestellt werden. Dafür entfallen die Buchstaben ADR (RID) bei den Mindestangaben. Neben der Hauptgefahr sind auch die Nebengefahren anzuführen. Die Lenker sowie sämtliche Beteiligte können somit unmittelbar herauslesen, ob die richtigen Gefahrzettel an den Versandstücken oder Großzettel (Placards) an Tankfahrzeugen angebracht sind. "Damit fällt ein aufwändiges Nachschlagen in umfangreichen Tabellen weg, was vor allem kleinen und mittleren Unternehmen (Beförderern) zugute kommt", sieht Schwarzer Vorteile für die Praxis.

In Beförderungspapieren sind neue Daten aufzunehmen. "Bisher war die Gesamtmenge für die beförderten gefährlichen Güter anzugeben. Künftig muss die Gesamtmenge jedes einzelnen Stoffes (Gegenstandes) gegliedert nach unterschiedlicher UN-Nummer, unterschiedlicher offizieller Bezeichnung oder unterschiedlicher Verpackungsgruppe (als Zwischensumme) angegeben werden. Wenn ein Beförderer die "Kleinmengen-Freistellung" in Anspruch nimmt (Beförderung im Rahmen einer errechneten 1000-Punkte-Grenze), gelten gesonderte Regelungen für Beförderungspapiere. In diesen muss künftig die Gesamtmenge der gefährlichen Güter für jede Beförderungskategorie angegeben werden.

Sämtliche "Schriftliche Weisungen" (Unfallmerkblätter) sind umzustellen. Warnweste (Warnkleidung) und Handlampe für jedes Mitglied der Fahrzeugbesatzung entfallen als Angabe, wodurch Doppelgleisigkeiten (auch bei der Rechtsauslegung) vermieden werden.

Um die Verlader- und Beförderungswirtschaft bei der organisatorischen und technischen Umstellung auf die neuen Vorschriften für Straße und Schiene zu unterstützen, hat die Wirtschaftskammer Österreich "Leitfäden für den Gefahrguttransport" herausgegeben. Diese sowie weitergehende Informationen finden unter: wko.at/up. (hp)

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Dr. Stefan Ebner
Tel.: (++43-1) 50105-3303

Wirtschaftskammer Österreich
Abteilung für Umwelt-, Energie- und
Infrastrukturpolitik

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