AK-Test: Viel zu hoher Keimgehalt in faschiertem Fleisch

AK fordert mehr Lebensmittelsicherheit durch strenge Kontrollen

Klagenfurt (AK). Schlechte Nachricht in der Grillsaison: jedes dritte Faschierte enthält zu viele krankheitserregende Keime. Das ergab ein Lebensmitteltest der AK-Konsumentenberatung. Von 26 in Kärnten untersuchten Fleischproben waren fünf verdorben, drei grob wertgemindert. Fünf weitere erfüllten gerade noch die Anforderungen des Lebensmittelgesetzes. Einzig erfreulich: in allen Waren wurde kein Salmonellen-Befall festgestellt.
Die Konsumentenberatung der Arbeiterkammer Kärnten hat Anfang Juli in Supermärkten und Fleischereien offenes und verpacktes Faschiertes eingekauft und der Lebensmitteluntersuchungsanstalt (LMU) zur Überprüfung übermittelt. Sie hat die 26 Warenproben im Auftrag der Arbeiterkamme auf Genusstauglichkeit, Verbrauchsfristen und eventuellen Salmonellenbefall untersucht.
"Von insgesamt 26 untersuchten Proben waren nur 13 qualitativ absolut in Ordnung", verweist die Leiterin der Konsumentenberatung in der AK-Kärnten, Dr. Josefine Traunik, auf das schlechte Ergebnis. In fünf Fällen war das Faschierte verdorben, drei Proben waren im Sinne des Lebensmittelgesetzes wertgemindert. Fünf Produkte wiesen Mängel auf, die aber lebensmittelrechtlich gerade noch nicht zu beanstanden waren. Einzig positiv: in keiner einzigen Ware waren Salmonellen nachweisbar.
Mängel in Fleischereien und Supermärkten: Dabei war es unerheblich, ob das Faschierte vom Fleischhauer oder aus dem Supermarkt stammte. In Supermärkten wurden 16 Proben untersucht. Drei waren verdorben und eine wertgemindert. Drei weitere Fleischproben waren gerade noch nicht lebensmittel-rechtlich zu beanstanden, wiesen aber bereits leichte Mängel auf. Nur neun Proben waren absolut in Ordnung.
Nicht viel besser fiel das Ergebnis in den Fleischereien aus. Von zehn Produkten waren zwei verdorben, zwei wertgemindert. Weitere zwei wiesen leichte Mängel auf, waren aber lebensmittelrechtlich noch nicht zu beanstanden. Nur vier von zehn Proben waren ein-wandfrei. Lagerversuch fehlgeschlagen: Vier Proben wurden einem Lagerversuch unterzogen. Die Probe wurde am Tag des Einlangens bei der LMU und am Ende der Verbrauchsfrist überprüft um festzustellen, ob das Produkt auch noch genusstauglich ist. Resultat: ein Produkt war bereits am Tag des Einkaufs wertgemindert und am Tag der Verbrauchsfrist verdorben. Eine weitere Probe war bereits vier Tage vor Ablauf der Verbrauchsfrist verdorben.
Beim AK-Test wurden auch große Preisunterschiede festgestellt. Zahlt man für ein Kilo gemischtes Faschiertes in den Supermärkten durchschnittlich 4,93 Euro, muss man in den Fleischereien hingegen durchschnittlich 6,55 Euro für das gleiche Produkt berappen. "Eine Preisdifferenz, die anhand der schlechten Ergebnisse nicht zu rechtfertigen ist", betont Traunik.
Auf allen Waren, die leicht verderblich sind, muss ein Verbrauchsdatum ("zu verbrauchen bis") angegeben werden. Die Verkaufsfrist darf nicht verlängert werden. Ein Verkauf nach Ablauf der Frist ist verboten. Faschiertes zählt zu den schnell verderblichen Produkten und muss eine Verbrauchsfrist enthalten. Normalerweise muss Faschiertes bereits am Herstellungstag verbraucht werden. Damit ist das Herstellungsdatum gleich dem Verbrauchsdatum. Bei fünf Proben wurde aber statt der Verbrauchsfrist ein Mindesthaltbarkeitsdatum angeführt. "Das könnte Konsumenten dazu verleiten, sich darauf zu verlassen, dass das Faschierte auch nach Ablauf des Datums genusstauglich ist. Das ist Irreführung des Konsumenten und falsche Kennzeichnung", kritisiert Traunik.
AK-Tipps für Konsumenten: Kaufen Sie nur Waren, die keine langen Verbrauchsfristen haben. Transportieren Sie Faschiertes kühl nach Hause. Verbrauchen Sie es sofort. Hände weg von bereits verfärbtem Fleisch! Achten Sie beim Kauf von verpackten Produkten auf die Lagertemperatur in den Kühlgeräten. Sie darf nicht mehr als vier Grad Celsius betragen
Für mehr Lebensmittelsicherheit im Interesse der Konsumenten fordert die Arbeiterkammer vor allem bei Fleischwaren: Durchgehende Einhaltung der Kühlkette von der Erzeugung bis zum Verkauf, da sie wesentlich für die Lebensmittelqualität ist. Für Faschiertes darf nur ausgezeichnete Qualität des Ausgangsproduktes verwendet werden. Im Handel müssen Kühlgeräte und Thermometer besser kontrolliert werden. Die Kühltemperaturen müssen von der Lebensmittelaufsicht gezielt kontrolliert und Verstöße effizient bestraft werden. Hersteller und Verpacker müssen die Verbrauchsdaten verkürzen. Verbrauchsfristen müssen aufgrund realistischer Kühltemperaturen berechnet werden. Betriebe müssen Nachkontrollen auf eigene Kosten über einen längeren Zeitraum nach Feststellung der Mängel durchführen. Hersteller mit langen Verbrauchsfristen müssen von der Lebensmittelaufsicht strenger kontrolliert werden. Verstärkte Eigenkontrollen in den Betrieben betreffend die Hygiene.

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