Grüne & unabhängige EisenbahnerInnen sehen Hetzkampagne gegen ÖBB-Beschäftigte

Will man 200 Millionen Fahrgäste und 90 Millionen Tonnen Güter von der Schiene auf die Strasse verlagern?

Wien (OTS) "Was sich in den vergangen Tagen in Bezug auf die Beschäftigten der ÖBB abspielt, ist eine beispielslose Hetzkampagne. Was muss sich in den Hirnen jener abspielen, die mit solchen Mitteln auf eine Berufsgruppe losgehen, die in dieser Form einmalig ist", fragt sich der Bundessprecher der Grünen und Unabhängigen EisenbahnerInnen, Anton Hedenig. Keine Rede sei davon, wie gut sich der Betrieb in den letzten Jahren entwickelt habe, keine Anerkennung der erbrachten Leistung erfolge. Nur blindwütiges Drauflosdreschen, Verbreiten von Halb- und Unwahrheiten und die öffentliche Hinrichtung der EisenbahnerInnen. Jeden Tag werde ein Schäuferl nachgelegt, um der Bevölkerung weiszumachen, dass es sich bei den ÖBB um eine Art "Geldvernichtungsmaschine" handelt.

Auch mit falschen bzw. halbwahren Zahlen werde operiert: 4,4 Mrd. € sei der angebliche Zuschussbedarf an die ÖBB. Darin enthalten: 1,2 Mrd. € Pensionsleistung (der Dienstgeber zahlt ja keine Pensionsbeiträge), Abgeltung gemeinwirtschaftlicher Leistungen in Höhe ca. 0,6 Mrd. € (Schülerfreifahrt, Familien-, Senioren- und andere aus sozialen Gründen gewährleisteten Ermäßigungen), 1,3 Mrd. € Beitrag des Bundes gemäß § 2 BBG 1992 (Der Bund trägt die Kosten für die Bereitstellung und Ausbau der Infrastruktur - so wie er auch die Kosten für die Strasse übernimmt). Und last but not least, rund eine Milliarde Euro für den Neu- und Ausbau von Bahnstrecken.

Nur zum Vergleich: Der Bund, also damit der Steuerzahler, trägt auch die Kosten für den Erhalt, für den Neu- und Ausbau der Strasse und natürlich auch die Folgekosten des Straßenverkehrs (Exekutive, Administration, Kosten die durch Unfälle entstehen und natürlich auch die ökologischen Belastungen). "Wenn Kukacka und Co diese Aufwendungen kürzen wollen, dann müssen sie den Menschen auch sagen, dass Ermäßigungen, Freifahrten und der Hohe Sicherheitsstandard der Vergangenheit angehören", so Hedenig weiter.

Offensichtlich hat diese Regierung die Republik dermaßen heruntergewirtschaftet, dass sie nun versucht, die Kosten für die Infrastruktur des Systems Schiene auf die Beschäftigten der ÖBB abzuwälzen. Im März 2003 wurde die "Bahn-Anleihe" aufgelegt. Laut Aussagen der ÖBB wurde die Bonität der ÖBB mit sehr hoch eingestuft. Auch die MitarbeiterInnen wurden aufgefordert diese Anleihe zu zeichnen. Nun dürfen sie erfahren, dass die ÖBB, wenn es nach dem Willen von Kukacka geht, in Konkurs geschickt wird. "Das ist Geldvernichtung pur", so Hedenig. Dass dieser Herr mit gespaltener Zunge spricht, dokumentiert auch seine Aussage vom Mai dieses Jahres. Kukacka wörtlich auf die Frage, was er den MitarbeiterInnen auf den Weg geben will: "Dass sie stolz darauf sein können, in einem Unternehmen zu arbeiten, das eine derart breite Palette an Leistungen auf einem enorm hohen Level erbringt". Und weiter: "… wir wollen eine Reform nicht gegen, sondern mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern durchführen".

"Wir fordern die verantwortlichen Politiker auf, sich für eines der wichtigsten Unternehmen Österreichs stark zu machen. Oder will man 200 Millionen Fahrgäste und 90 Millionen Tonnen Güter von der Schiene auf die Strasse verlagern - mit allen Konsequenzen?", so Hedenig abschließend.

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Anton Hedenig
Bundessprecher der Grünen und Unabhängigen
EisenbahnerInnen/GUG
0650/5520827

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