Umweltdachverband: Mit 160 km/h noch schneller weg von Kyoto!

Forderung nach Erhöhung des Tempolimits torpediert Klimaschutz-Bemühungen. Verkehr ist und bleibt Hauptverursacher der Treibhausproblematik. Gegenmaßnahmen längst überfällig!

Wien (OTS) - "Das Sommertheater um die 'Lizenz zum Rasen' sollte rasch wieder vom Spielplan genommen werden", sagt Dr. Gerhard Heilingbrunner, Präsident des Umweltdachverbandes. Der Vorschlag des steirischen ÖVP-Klubobmanns Mag. Christopher Drexler, das Tempolimit auf Autobahnen auf 160 km/h zu erhöhen, ist aus Sicht des Umweltdachverbandes mehr als fragwürdig.

"Was ist das für eine Politik, die Klimaschutz predigt und dabei auf den Schadstoffaustoß und die Energievergeudung vergisst?", fragt Heilingbrunner. Immerhin hat sich Österreich vertraglich verpflichtet, seine Treibhausgas-Emissionen bis 2008/2012 um 13 Prozent zu reduzieren. Die Erreichung dieses Kyoto-Ziels wird mit solchen Aktionen jedoch nicht forciert, sondern im Gegenteil torpediert.

"Gerade jetzt, wo auch die Ozonwerte in die Höhe klettern, sollten die Anreize zum Umstieg auf die Öffentlichen Verkehrsmittel erhöht werden und nicht die Tempolimits in die Höhe schnellen", appelliert Heilingbrunner.

160 km/h Tempolimit fördert nur tödliche Raserei auf Autobahnen

"Derzeit ist es üblich, Temposünder erst weit über der gesetzlich vorgeschriebenen Tempolimit-Grenze zu bestrafen. Die absurde Forderung nach einer gesetzlichen Limiterhöhung auf 160 km/h würde die Tempoüberschreitungen nur noch weiter in gefährliche Höhen treiben. Es darf deshalb zu keinem Freibrief für Raserei auf Kosten der Umwelt und Sicherheit kommen", sagt Präsident Heilingbrunner.

Geschwindigkeitsrausch erhöht Unfallgefahr

Dass eine Erhöhung des Tempolimits auch in Sachen Verkehrssicherheit ein Schuss ins Knie wäre, beweist allein schon die Statistik: Im Vorjahr wurden auf Österreichs Straßen bei 43.175 Verkehrsunfällen 56.684 Personen verletzt und 956 Menschen getötet. Bei 37 % Prozent der tödlichen Unfälle war zu hohe Geschwindigkeit die Ursache. Im Schnitt der letzten fünf Jahre kamen allein auf Österreichs Autobahnen bei 2.450 Verkehrsunfällen pro Jahr 144 Menschen ums Leben, 3.876 wurden verletzt. Laut einer VCÖ-Studie ist auf Autobahnen das Risiko für einen tödlichen Unfall siebenmal so hoch wie auf Straßen im Ortsgebiet.

"Möchtegern-Schumachers haben auf der Autobahn nichts verloren. Unsere Forderung lautet: konsequente Kontrollen und höhere Strafen für Temposünder!", so Heilingbrunner.

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