RFW-Gunzer: Fall von Untreue in der Kärntner Wirtschaftskammer

Verdacht gegen VP-Funktionär - Firma mit Kammergeld entschuldet und sie dann privat übernommen

Klagenfurt (OTS) - Den Verdacht der Untreue gegen einen hohen Ex-VP-Funktionär in der Wirtschaftskammer erhoben heute, Mittwoch, der Landesobmann des Ringes Freiheitlicher Wirtschaftstreibender, der Vizepräsident der Bundeswirtschaftskammer Matthias Krenn und der Vizepräsident der Kärntner Kammer Albert Gunzer. Sie werfen dem früheren Obmann der Sparte Handel Dkfm. Dieter T. vor, dass er als Funktionär mit 5,8 Millionen Schilling (420.000 Euro) der Kammer das Projekt der ShopIn-Einkaufskarte entschuldet habe, um es dann als Privatmann zu einem Billigpreis an sich zu ziehen. "Das ist ein Polit- und Wirtschaftskrimi, der im Interesse der Pflichtmitglieder aufgeklärt werden muss", fordert Gunzer.

Krenn hat bereits das Kontrollamt der Bundeswirtschaftskammer eingeschaltet. "Eine Aufklärung traue ich der Kärntner Kammer nicht zu, weil hier eine absolute VP-Macht herrscht, sodass Prüfer von außen kommen müssen." Nur dank dieser absoluten Macht wäre diese Affäre möglich gewesen.

T. habe als Funktionär mit Hilfe von Parteifreunden 5,8 Millionen ATS der Kammer, ohne die zahlenden Pflichtmitglieder zu informieren, in verlorene Zuschüsse für die Trägergesellschaft der Karte umgewandelt. Danach habe er als Privatmann mit einem VP-Parteifreund, dem Obmann des Kärntner Handelsclubs Werner J., einen Treuhandvertrag geschlossen, der ihm T. zwei Drittel der Geschäftsanteile dieser Firma sicherte. Für diese Anteile, die im Vertrag mit über 23.000 Euro beziffert sind, habe T. weniger als die Hälfte bezahlt.

"Die Kosten und die Schulden des Projektes mussten die Pflichtmitglieder bezahlen, den Gewinn sichert sich ein Funktionär. Im Vertrag findet sich auch eine Schweigeklausel. Niemand sollte erfahren, wer die Kontrolle der mit Kammergeld entschuldeten Firma an sich gerissen hat", kritisiert Gunzer.

Er verlangt, dass dieser "dubiose Vertrag" entweder raschestmöglich rückgängig gemacht wird, damit das Projekt wieder in das Eigentum der Kärntner Handelsbetriebe zurückkehrt oder T. die "geschenkten" 5,8 Millionen ATS an die Kammer zurückzahlt.

Für Matthias Krenn ist diese "skandalöse Geschichte" Anlass, auch alle anderen Beteiligungen der Wirtschaftskammer zu prüfen. "Es stellt sich auch die Frage, warum die Kammer keinen Verwendungsnachweis für ihre Subventionen begehrt. Die Wirtschaftskammer kann nicht ein Selbstbedienungsladen für eigene Funktionäre sein", meinte Krenn abschließend.

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