GPA: Regierung säumig bei Absicherung von Katastrophenhelfern

Ehrenamtliche Retter hängen arbeitsrechtlich nach wie vor in der Luft

Wien (GPA). Ein Jahr nach der großen Hochwasserkatastrophe gibt es für ehrenamtliche Katastrophenhelfer nach wie vor keine arbeitsrechtliche Absicherung. Für die Zeit der Dienstverhinderung aufgrund eines Einsatzes haben sie keinen Anspruch auf Entgeltfortzahlung. "Aus den vollmundigen Ankündigungen der Regierung ist nichts geworden", kritisiert GPA-Vorsitzender Hans Sallmutter. Die GPA hat schon vor drei Jahren ein Modell präsentiert, wie die Entgeltfortzahlung für ehrenamtliche Helfer finanziert werden könnte. ++++

"Wenn ein Angestellter aufgrund einer eingestürzten Brücke nicht zur Arbeit kommt, erhält er sein Gehalt weiter bezahlt. Ein ehrenamtlicher Helfer, der die Brücke wieder befahrbar macht, hat dagegen keinen Anspruch auf Gehaltszahlung", beschreibt GPA-Vorsitzender Hans Sallmutter die absurde Rechtslage. Die GPA hat vor drei Jahren ein Modell präsentiert, wie die Entgeltfortzahlung finanziert werden könnte. Ehrenamtliche Retter sollten Anspruch auf entgeltpflichtige Dienstfreistellung haben. Im Gegenzug könnten Betriebe, die organisierte ehrenamtliche Retter beschäftigten, für diese Beschäftigten von der Kommunalsteuer befreit werden. Dies würde zwar für die Gemeinden Steuerausfälle bedeuten, andererseits wären die Gemeinden Nutznießer, weil sie keine entsprechenden kommunalen Kapazitäten bereithalten müssen. Leider wurde dieses - auch mit den Spitzen der Rettungsorganisationen akkordierte - Modell von der Politik nicht aufgegriffen und bislang auch keine Alternativen präsentiert. "In Katastrophenzeiten sind die ehrenamtlichen Helfer Helden, danach sind sie schnell vergessen. Wenn man ehrenamtliches Engagement wünscht, dann muss man es auch entsprechend absichern", so Sallmutter abschließend.

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