Dramatischer Anstieg der Jugendarbeitslosigkeit in Oberösterreich - Kalliauer fordert Sonderqualifizierungsprogramm

Linz (OTS) - Die aktuellen Zahlen der Bundesgeschäftstelle des Arbeitsmarkservice (AMS) zeigen einen kontinuierlichen Anstieg des Anteils Jugendlicher (15-24-Jährige) an den Arbeitslosen. Besonders dramatisch ist der Anstieg in Oberösterreich. Mit zwei Prozent im letzten Jahr ist die Steigerungsrate doppelt so hoch wie im Bundesdurchschnitt.

"Diese Zahlen belegen einmal mehr Untersuchungsergebnisse der Arbeiterkammer, wonach es in Oberösterreich dramatische Fehlausbildungen gibt. Das Land reagiert auf die Ausbildungskrise, in dem es Jugendliche in überholte Ausbildungen ohne Zukunftsperspektive drängt", erklärt AK-Vizepräsident Dr. Johann Kalliauer.

Insgesamt ist der Anteil der Jugendlichen an den Arbeitslosen in Oberösterreich bis Ende Juli 2003 auf 23,2 Prozent geklettert und damit der höchste aller Bundesländer. Im Bundesdurchschnitt beträgt er 16,7 Prozent.

Auch in absoluten Zahlen ist Jugendarbeitslosigkeit deutlich gestiegen. In ganz Österreich waren Ende Juni 2003 33.299 Jugendliche arbeitslos, um 4,4 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. In Oberösterreich ist der Zuwachs mit 3,8 Prozent auf 4.833 zwar etwas geringer, diese Zahl ist aber irreführend. Denn die Zahl der jugendlichen Arbeitslosen in Oberösterreich ist bereits ein Jahr zuvor um dramatische 25 Prozent (+ 1100) gestiegen.

Zahlreiche Jugendliche werden in Berufen ausgebildet, in de-nen sie keine Aufstiegsmöglichkeiten haben oder keine freien Stellen finden. Jeder fünfte von der AK befragte Jugendliche gibt an, er hätte lieber einen anderen Beruf erlernt.

"Notwendig ist eine grundlegende Ausbildungsreform, die sowohl Lehrberufe als auch schulische Berufsausbildungen umfasst. Ziel muss es sein, die Jugendlichen nicht um jeden Preis auf perspektivlose Jobs zu vermitteln, sondern ihnen Qualifikationen zu vermitteln, die in der Arbeitswelt der Zukunft gefragt sind. Kurzfristig brauchen wir ein Sonderqualifizierungsprogramm für junge Arbeitslose, das vom Land Oberösterreich finanziert werden muss", fordert Kalliauer.

"Die Bundesregierung weigert sich, das Problem überhaupt zur Kenntnis zu nehmen und auch das Land OÖ tut entschieden zu wenig", kritisiert der AK-Vizepräsident und fordert sowohl das Land als auch den Bund auf, deutlich mehr Mittel zur Verfügung zu stellen, damit möglichst alle Jugendliche eine qualitätsvolle und zukunftsträchtige Ausbildung erhalten.

Als ob es keine Probleme gäbe, hat aber Landeshauptmann Pühringer als Vorsitzender der Landesprojektgruppe, die üblicherweise Vorschläge zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit erarbeitet, die für 4.Juli geplante Sitzung auf Mitte September verschoben.

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