Krejci in NEWS: "Schüssel hebt von der politischen Realität ab"

Der ehemalige Industriellen-General übt massive Kritik am Regierungsstil des Kanzlers und hält Erwin Pröll für die "Krisenreserve der ÖVP."

Wien (OTS) - In der morgen erscheinenden Ausgabe des Nachrichtenmagazins NEWS meldet sich der Ex-Generalsekretär der Industriellen-Vereinigung, Prof. Herbert Krejci, 81, mit massiver Kritik an der Bundesregierung Wolfgang Schüssels und am Kanzler selbst zu Wort.

Die Politik erzeuge derzeit "keinerlei Motivation" für die Bürger, im Zusammenhang mit den Wirbeln um die Voest-Privatisierung erklärt Krejci, "mehr Privat und weniger Staat" zum allein seligmachenden Rezept zu küren, "halte ich für völlig falsch." Jüngste Kritiken der ÖVP-Landeshauptleute Erwin Pröll, Sepp Pühringer, Herwig van Staa und Franz Schausberger am Regierungskurs seien richtig gewesen, Kanzler Schüssel wäre gut beraten, mehr auf seine Länder-Granden zu hören. Dessen Regierung sei nach wie vor zu "rechthaberisch", ausserdem wäre die ÖVP gut beraten, Singale "der Konzilianz" an die SPÖ und an den ÖGB zu senden, denn mit der FPÖ sei auf Dauer kein Staat zu machen "und eines Tages werde man doch an Alfred Gusenbauer als Partner denken müssen, ob es gefällt oder nicht."

Genau in diesem Zusammenhang streicht Krejci besonders Niederösterreichs Landeshauptmann Erwin Pröll heraus. Dass dieser Bundespräsident werden solle, könne er sich überhaupt nicht vorstellen, wohl aber, dass Pröll im Fall des Falles "die Krisenreserve der ÖVP" ist, "ihm traue ich zu, dass er die Dinge wieder auf Kurs bringt. In enger Zusammenarbeit mit Wiens Bürgermeister Michael Häupl."

Von Kanzler Schüssel selbst, sagt Krejci, habe er sich "als Kanzler mehr erwartet." Was dessen Wenderegierung II derzeit treibe, sei nur eine "riesige Improvisation", es fehle ein Gesamtprogramm, es gäbe kein Konzept, sein Kabinett handle "nur punktuell". Verwundert gibt sich Prof. Krejci zudem über "die geradezu hündische Ergebenheit", mit der man am Finanzminister hänge, der ohnehin nur bluffe. Krejcis Gesamturteil über den Kanzler: "Bewundernswert, wie er das macht, dass er sich um jede wirkliche Debatte drückt, dass er nie eine klare Stellungnahme abgibt. Somit hat man das Gefühl, er ist der Steuermann, der das Staatsschiff ruhig hält. Aber die Wirklichkeit ist anderes, in Wirklichkeit gehen die Wogen ziemlich hoch."

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