ÖGB: Großes Infodefizit unter jungen Eltern über Karenz und Kindergeld

ÖGB-Frauen bieten Hilfe unter www.kindergeldrechner.at

Wien (ÖGB). Vermehrte Anrufe zum Thema Kindergeld und Karenz registrieren die ÖGB-Frauen. "Die Verwirrung ist nach wie vor groß. Vor allem Frauen, deren zweijährige Karenz dem Ende zu geht und die die Rückkehr ins Berufsleben planen, rufen an. Sie wollen wissen, wie viel sie verdienen dürfen, damit sie beim Wiedereinstieg das Kindergeld nicht verlieren", sagt ÖGB-Frauensekretärin Sylvia Ledwinka. Unter www.kindergeldrechner.at bieten die ÖGB-Frauen einen Online-Rechner an, mit dem sich die Wiedereinsteigerinnen selbst ihre individuelle Zuverdienstgrenze ausrechnen können.++++

Die zweijährige Karenz läuft derzeit gerade bei Frauen aus, die ihr Kind vor dem 1. Jänner 2002 bekommen haben und in die Übergangsregelung vom alten Karenz- zum Kindergeld fallen. Auch sie erhalten wie die regulären KindergeldbezieherInnen 436 Euro im Monat bis zum Ablauf des 30. Lebensmonats ihres Kindes, sofern sie die Zuverdienstgrenze nicht überschreiten. Für sechs weitere Monate gibt es das Kindergeld, wenn sich die Eltern die Betreuung des Kindes teilen. Die Karenz dagegen endet mit dem zweiten Geburtstag des Kindes. Nur für diese Zeit plus vier weitere Wochen - der so genannten Behaltefrist - gilt ein Kündigungs- und Entlassungsschutz.

Wie viel dazu verdient werden kann, ist von Fall zu Fall unterschiedlich.

Im Kinderbetreuungsgeldgesetz ist eine jährliche Zuverdienstgrenze von 14.600 Euro festgelegt. Um diese Jahresgrenze auf ein monatliches Bruttoeinkommen umzurechnen, ist einiges an Wissen nötig. Für Angestellte gilt ein monatlicher Richtwert von 1.136 Euro, für Arbeiterinnen von 1.144 Euro. Die Richtwerte stimmen in der Praxis aber nur, wenn in jedem Monat des Kindergeldbezugs dazuverdient wird. Verdient die Frau während der zweijährigen Karenz nichts oder nur wenig, liegt die individuelle Einkommensgrenze nach dem Wiedereinstieg meist höher. Wie viel dann tatsächlich neben dem Kindergeld verdient werden kann, hängt unter anderem davon ab, in welchem Monat das Kind geboren wurde und wann der Wiedereinstieg erfolgt.

"Mehr als eineinhalb Jahre nach Einführung des Kindergeldes ist das Wissen über die unterschiedliche Dauer von Kindergeld und Karenz nach wie vor gering, die Verunsicherung der Frauen wegen der komplizierten Zuverdienstbestimmungen dagegen riesengroß", resümiert Ledwinka. Die ÖGB-Frauen fordern Sozialminister Haupt auf, die von ihm vergangenen Sommer angekündigte Informationskampagne über den großen Unterschied zwischen Karenz und Kindergeld endlich durchzuführen. Selbst ausreichende Information hilft gut qualifizierten Frauen freilich nichts, um Kindergeld und Job vereinbaren zu können. "Die Zuverdienstgrenze ist viel zu niedrig. Sie muss rasch und deutlich angehoben werden", fordert Ledwinka. (mfr)

SERVICE: Detaillierte Information zur Karenz und zum Kindergeld sowie den Online-Rechner der ÖGB-Frauen finden Sie unter www.kindergeldrechner.at im Internet.

Rückfragen & Kontakt:

ÖGB Presse und Öffentlichkeitsarbeit
Mag. Martina Fassler-Ristic
Tel. (++43-1) 534 44/480 DW
Fax.: (++43-1) 533 52 93
http://www.oegb.or.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NGB0001