Österreich führt im Nachhaltigkeitsvergleich

Schwarzer: "Ein Jahr nach dem Weltnachhaltigkeitsgipfel hat Österreich weiterhin die Nase vorn" - Gemeinsam mit Deutschland "EU-Klassenbester"

Wien (PWK514) - Österreich zählt in der Europäischen Union zu den Ländern mit der besten Nachhaltigkeitsperformance. Dies ist das Ergebnis einer Analyse europäischer Umwelt- und Nachhaltigkeitsvergleiche, welche die Wirtschaftskammer Österreich ein Jahr nach dem Weltnachhaltigkeitsgipfel in Johannesburg erstellt hat. Nach dem auf bis zu zwanzig Einzelvergleichen aufbauenden WKÖ-Ranking teilt Österreich den Platz an der Spitze mit Deutschland. Die nächsten Plätze belegt das "Verfolgertrio” Schweden, Dänemark und Niederlande.

Auf Platz 1 katapultieren Österreich vor allem folgende Stärken: 301 Standorte mit zertifiziertem Umweltmanagement (Platz 1), 71,5 % Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien (Platz 1 mit großem Abstand) und Wertstoffrecycling (gemeinsam mit Schweden und Finnland ist Österreich unter den Top 5). Bei den Vergleichen "Umweltschutzinvestitionen” (Anteil der Umweltschutzinvestitionen am BIP und den Umweltschutzausgaben der Industrie) nimmt Österreich den 1. und 2. Platz ein. Konkret bedeutet das für den Anteil der gesamten Umweltschutzausgaben (öffentlich und privat) 2,4 % des BIP und für die Umweltschutzausgaben der Industrie 0,58 % des BIP.

Nach Auffassung von Stephan Schwarzer, Leiter der Abteilung für Umwelt-, Energie- und Infrastrukturpolitik in der WKÖ, ist das "Geheimnis” des österreichischen Erfolges einfach zu erklären: Motor der Entwicklung waren und sind das überdurchschnittliche Umweltbewusstsein der gesamten Bevölkerung und die exzellente Qualifikation der rund 5.000 Umweltmanager der heimischen Wirtschaft.

Die europäischen Rankings zeigen allerdings auch Schwächen des österreichischen Status quo. Vor allem die Note in der Wertung "Erreichung des Kyoto Ziels” trübt Österreichs "Vorzugsschülerzeugnis". Dem angestrebten Emissionsminus von 13 % steht ein tatsächlicher Zuwachs der Emissionen um 3 % gegenüber. Misst man die Treibhausgas-Emissionen in Relation zum Bruttoinlandsprodukt, nimmt Österreich wieder den gewohnten Platz im Vorderfeld (Platz 4) ein.

Ähnlich verhält es sich mit den Stickoxidemissionen. Betrachtet man die pro Kopf Emissionen, so nimmt Österreich bei NOx den 2. Platz hinter Deutschland ein. Dies ist auf den Einsatz von NOx-armen Feuerungsanlagen sowie von Entstickungsanlagen in der Wirtschaft zurückzuführen, berichtet die Nachhaltigkeitskoordinatorin der Umweltpolitischen Abteilung, Andrea Stockinger.

Verbesserungsbedarf sieht die WKÖ bei den Umweltmanagementsystemen. "Diese brauchen einen Relaunch", stellt Schwarzer fest. Die Verwaltungsvereinfachungen des Umweltmanagementgesetzes sollen grundsätzlich auch für ISO-14001 zertifizierte Betriebe und Responsible Care-Betriebe geöffnet werden. Dazu sollte die Implementierung von integrierten Managementsystemen, die Umweltschutz, Arbeitnehmerschutz und Qualitätsmanagement vereinen, erleichtert werden. Die Bürokratie bei der Handhabung von Umweltmanagementsystemen ist auf das unbedingt erforderliche Ausmaß zu beschränken.

In Hinblick auf die ehrgeizige Kyoto Klimaschutzverpflichtung Österreichs startet die WKÖ im September d.J. eine KMU-Energieeffizienzoffensive. Weitere Initiativen betreffen die Förderung des Gasautos (Schwarzer: "Hier ist Österreich noch ganz hinten!") sowie die Förderung von Kesseltauschaktionen unter dem Motto "Eine Million t weniger CO2 bis 2010". Zur Reduktion der Stickoxidemissionen schlägt Schwarzer neben der Förderung von Gasautos auch einen Ökobonus für Nox-arme Lkw sowie eine wirksame Förderung von Anschlussbahnen vor. (hp)

Rückfragen & Kontakt:

Mag. Andrea Stockinger
Tel.: (++43-1) 50105-4196

Wirtschaftskammer Österreich
Abteilung für Umwelt-, Energie- und
Infrastrukturpolitik

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PWK0003