EU-Erweiterung: AK und ÖGB verlangen ein Sonderförderungsprogramm für das Mühlviertel

Linz (OTS) - Wirtschaftlich kann Österreich von der EU-Erweiterung besonders profitieren, auch Grenzregionen wie das Mühlviertel. Die Erweiterung muss aber auch zur Chance für Arbeitnehmer werden. Deshalb haben AK und ÖGB ein umfassendes "Sonderprogramm Mühlviertel" erarbeitet. Jetzt liegt es an der Politik, dieses im Interessen der Arbeiter und Angestellten umzusetzen.

Österreich kann aufgrund der geografischen Lage von der EU-Erweiterung wirtschaftlichen Nutzen ziehen. Das gilt auch für das Mühlviertel. Die Region kann etwa durch die Belebung des Tourismus und dem Ausbau der Infrastruktur zu einem modernen Firmenstandort mit attraktiven Arbeitsplätzen werden.

Eine von AK und ÖGB durchgesetzte Übergangsfrist von bis zu sieben Jahren soll den Druck auf den Arbeitsmarkt mildern. "Diese Zeitspanne muss genützt werden - zur Schaffung von Arbeitsplätzen, zur Höherqualifizierung der Arbeitnehmer", sagt AK-Vizepräsident Dr. Johann Kalliauer. "Nur wenn die Erweiterung auch den Arbeitern und Angestellten Vorteile bringt, ist sie ein Erfolg." AK und ÖGB fordern daher von Bund und Land ein Sonderförderungsprogramm für das Mühlviertel, das auf die Interessen der Arbeitnehmer abgestellt ist.

Da derzeit ein Großteil der Mühlviertler Arbeitnehmer auspendeln muss, geht es in erster Linie um Jobs. Das Land Oberösterreich muss die Betriebsansiedelungsgesellschaft TMG beauftragen, ab dem Jahr 2004 einen Schwerpunkt "Arbeitsplatzentwicklung im Mühlviertel" zu setzen. Und ein touristisches Gesamtkonzept für die Region soll binnen Jahresfrist stehen.

Besonders berücksichtigt muss dabei die Situation der Mühlviertlerinnen werden. Beim durchschnittlichen Gesamteinkommen der Frauen innerhalb der 121 Bezirke Österreichs liegt Rohrbach an 114. und Freistadt an 109. Stelle. Neben den Anstrengungen um Frauenarbeitsplätze soll es ein Sonderbudget des Landes zur Schaffung von Kinderbetreuungseinrichtungen sowie für Qualifizierung, Wiedereinstieg und Betriebsgründungen von Frauen geben.

Ebenso muss an der Verbesserung der beruflichen Aus- und Weiterbildung im Mühlviertel gearbeitet werden. Inhaltlich soll sich diese an den Schwerpunkten der Betriebsansiedlung orientieren.

Lehrlingsstiftungen, die einen Ausbildungsabschluss vorsehen, die Errichtung zusätzlicher Berufsschulen im Mühlviertel bzw. die Erweiterung des Berufsschulangebots auf zukunftsorientierte Berufe, das Forcieren von Aufenthalten im EU-Ausland während der Lehrzeit sowie eine finanzielle Landesunterstützung für österreichisch-tschechische Jugendprojekte sind Beispiele zur Förderung der Jungen.

Nicht zuletzt ist eine gute Verkehrsinfrastruktur Voraussetzung für eine florierende Wirtschaft. Eine rasche Verwirklichung der Nord-Süd-Verbindung Berlin - Prag - Linz - Graz ist daher unabdingbar. Vor allem die Bahnlinie muss rasch ausgebaut werden, um den zunehmenden Güterverkehr von der Straße weg zu bekommen. Zudem soll das Land bis Ende 2004 ein Gesamtverkehrskonzept für das Mühlviertel vorlegen.

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