Bauarbeiter in der Hitzeschlacht!

Das hochsommerliche Wetter erhöht berufsbedingte Gesundheitsrisiken

Wien (GBH/ÖGB). Wieder einmal freuen sich urlaubende Menschen über eine Woche mit strahlendem Sonnenschein und Temperaturen weit jenseits der 30 Grad. "Für die Bauarbeiter, die jetzt 'auf Hochtouren' arbeiten müssen, stellen diese Wetterverhältnisse jedoch eine schwere zusätzliche Belastung und Gesundheitsgefährdung dar", erinnert der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft Bau-Holz und ÖGB-Vizepräsident Johann Driemer.++++

Bereits im Juni wurde die Ozon-Vorwarnstufe erreicht und teilweise überschritten. Und bereits im Juni gab es erste Meldungen über einen Bauarbeiter, der nach einem Hitzschlag in Lebensgefahr schwebte.

Bauarbeiter, und hier gerade jene, die jetzt im Straßenbau tätig sind, sind bei dieser Witterung durch ihre dauernde Arbeit im Freien und im bodennahen Bereich wie auch die Arbeiternehmer im Hochbau- und Fassadenbereich einer beträchtlichen Gefährdung durch UV-Strahlen und Ozon ausgesetzt. Driemer: "Die Gefahren der UV-Strahlung können durch geeigneten persönlichen Schutz wie durch die Verwendung von Schutzbrillen, geeigneter Kleidung und Sonnenlotion herabgesetzt, aber nicht beseitigt werden. Trotzdem würde auch hier eine gesetzliche Regelung Not tun, die ab einer gewissen Temperatur oder Ozonbelastung eine Arbeitseinstellung vorsieht. Besonders der Ozonbelastung sind jedoch gerade Menschen wie die Bauarbeiter, die ihren anstrengenden Beruf im Freien ausüben, völlig schutzlos ausgesetzt."

Seit 1. Juli gelten in Österreich mit der Umsetzung einer EU-Richtlinie neue, strengere, Grenzwerte für die Ozon-Vorwarnstufe und die Ozon-Warnstufe. Die Gefahr wurde also erkannt. Experten bestätigen allerdings, dass die tatsächliche Gesundheitsgefährdung bereits bei noch viel geringeren Werten beginnt.

Die Gewerkschaft Bau-Holz erinnert deshalb nochmals an ihre Forderung, das Gesundheitsrisiko durch bodennahes Ozon durch Einstellen der Arbeit bei Ozonbelastung zu verringern. In diesem Zusammenhang fordert die GBH schon seit Jahren die politisch Verantwortlichen wie die BM Bartenstein, Haupt und Rauch-Kallat auf, die Gesundheitsgefährdung durch Ozon endlich in die Regelung des Bauarbeiterschlechtwetterentschädigungsgesetzes einzubeziehen. Driemer erinnert daran, dass ein entsprechender Gesetzesentwurf der Gewerkschaft Bau-Holz bereits seit 1996 auf dem Tisch liegt. Auch hat es persönliche Gespräche mit den politisch Verantwortlichen zu dieser besonderen Problematik für die Bauarbeiter gegeben.

Driemer abschließend: "Ich ersuche alle Bauarbeiter, auch ihrer Eigenverantwortung nachzukommen und sich - gerade an den heißen Tagen - vor UV-Strahlung zu schützen. Ich fordere die Arbeitgeber auf, ausreichend Schutzbrillen und entsprechende Schutzlotionen zur Verfügung zu stellen und ich fordere auch die Bundesregierung auf, ihrer Verantwortung nachzukommen und dafür Sorge zu tragen, dass die Ozonbelastung endlich im Baua beiterschlechtwetterentschädigungsgesetz berücksichtigt wird."

ÖGB, 4. August 2003
Nr. 653

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