236.000 Arbeitsuchende im Juli: Tumpel kritisiert Untätigkeit der Regierung im Kampf gegen die Arbeitslosigkeit

Zahl der Arbeitsuchenden seit dem Jahr 2000 um 35 Prozent gestiegen - Dramatische Entwicklung bei den Jungen

Wien (AK) - Monat für Monat bleibt die Lage am Arbeitsmarkt dramatisch und die Regierung tut nichts. "Die Regierung versagt völlig im Kampf gegen die steigende Arbeitslosigkeit" sagt AK Präsident Herbert Tumpel angesichts der heute veröffentlichten Arbeitslosenzahlen für den Juli. Exakt 236.540 Arbeitsuchende (199.927 Arbeitslose plus 36.613 Personen in Schulung, die auch dringend Arbeit brauchen) bedeuten, dass die Lage am Arbeitsmarkt weiterhin dramatisch ist. Gegenüber dem Vergleichsmonat im Vorjahr hat sich die Arbeitslosigkeit um 4,4 Prozent erhöht. Seit der ersten Auflage der Regierungskoalition im Jahr 2000 ist die Zahl der Arbeitsuchenden in Österreich um mehr als 35 Prozent gestiegen. Trotz dieser Entwicklung verschärfe die Koalition die Lage für Arbeitsuchende etwa durch die Anhebung des Pensionsalters zusätzlich. Besonders dramatisch ist die Situation für die jungen Menschen. "Noch nie waren soviele Junge ohne Arbeit. Das ist ein unhaltbarer Zustand", sagt Tumpel. Die Zahl der Arbeitsuchenden zwischen 15- und 18-jährigen hat sich im Juli 2003 im Vergleich zum Juli 2000 um rund 30 Prozent erhöht, die Zahl bei den 19- bis 24-jährigen um rund 60 Prozent. "Die Regierung geht dieses Problem an wie eine Feuerwehr, die ohne Wasser und ohne Schläuche zum Löschen fahrt", kritisiert Tumpel und verlangt, dass die Regierung endlich ihre politische Verantwortung wahrnimmt, die Ärme hochkrempelt und endlich an die Arbeit geht. "Keine Ausreden auf die internationele Konjunktur mehr, keine leere Überschriften mehr, denen keine Taten folgen. Es kann und muss jetzt etwas getan werden", fordert Tumpel als Sofortmaßnahme eine rasche steuerliche Entlastung der Arbeitnehmer zur Ankurbelung der Wirtschaft und mehr Geld für die Aus- und Weiterbildung, statt der ständigen Kürzungen bei der Bildung. Darüber hinaus müsse die Regierung zusätzlich 250 Millionen Euro für die aktive Arbeitsmarktpolitik bereit stellen, davon 60 Millionen um zusätzliche Maßnahmen für Arbeitsuchende und die notwendige Verbesserung der Beratungsleistung des AMS finanzieren zu können. Derzeit muss ein AMS-Berater in Wien 600 Langzeitarbeitslose betreuen - für Menschen, die bereits mehrere Monate arbeitslos sind, gibt es aus Personalmangel nur wenige Minuten Beratung pro Monat.****

199.927 Menschen sind arbeitslos gemeldet. Dazu kommen noch 36.613 Personen in Schulung, die selbstverständlich auch dringend Arbeit suchen. Ende Juli waren somit 236.540 Menschen auf Arbeitsuche. Seit dem Jahr 2000 ist die Zahl der Arbeitsuchenden um 60.700 Personen oder 35 Prozent gestiegen.

Jugend besonders stark betroffen Als besorgniserregend bezeichnet der AK Präsident den deutlichen

Anstieg der arbeitslosen Jugendlichen. Mehr als 33.000 Junge unter 25 sind arbeitslos. Die Zahl der Arbeitsuchenden zwischen 15- und 18-jährigen hat sich im Juli 2003 im Vergleich zum Juli 2000 um rund 30 Prozent erhöht, die Zahl bei den 19- bis 24-jährigen um rund 60 Prozent. "Auf der einen Seite gibt es für diese Jungen groß angekündigte Schwerpunkte, für die es aber kein Geld gibt", sagt Tumpel, "auf der anderen Seite kürzt die Regierung gerade bei der Bildung ganz besonders drastisch und nimmt damit den Jungen Chancen für die Zukunft."

Neben einer raschen steuerlichen Entlastung für die ArbeitnehmerInnen und einem wirklichen Bildungs-Schwerpunkt verlangt Tumpel zusätzliche 250 Millionen Euro für eine aktive Arbeitsmarktpolitik, davon 60 Millionen als Sofortmaßnahme. "Menschen, die in die Arbeitslosenversicherung einzahlen, müssen auch die Sicherheit haben, dass sie auch die best mögliche Beratung und Unterstützung bekommen, wenn sie die Arbeit verlieren", sagt Tumpel, "das muss auch für 25- bis 50-jährigen gelten. Kommt dieses Geld nicht, ist für diese Gruppe im nächsten Jahr keine Ausbildung möglich. Da ist die Regierung gefordert."

Außerdem fordert Tumpel ausreichend Geld für Auffangmaßnahmen nach dem Jugend-Ausbildungsgesetz: "Wir rechnen damit, dass im Herbst zwischen 6.000 und 7.000 Lehrplätze fehlen werden. Die jungen Menschen und die Eltern haben ein Recht darauf, dass wir sie in dieser Situation nicht alleine lassen." Damit rechtzeitig mit der Planung der notwendigen Maßnahmen begonnen werden kann, verlangt der AK Präsident vom Wirtschafts- und Finanzminister die Freigabe der vorhandenen Reserven des AMS in der Höhe von knapp 20 Millionen Euro.

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