Bartenstein: Anstieg bei der Arbeitslosigkeit wird flacher

Niedrigste Jugendarbeitslosigkeit in Europa - Beschäftigungsanstieg um 2% zum Vormonat

Wien (BMWA/OTS) - Der Anstieg der Arbeitslosigkeit hat sich im
Juli im Vergleich zum Vormonat abgeflacht: Der Bestand an vorgemerkten arbeitslosen Personen lag Ende Juli 2003 mit 199.927 um 8.337 bzw. 4,4% über dem Wert vom Juli 2002. Die Zahl der arbeitslosen Frauen ist gegenüber dem Vorjahr um 3.592 (4,0%) auf 93.925 gestiegen, während bei den Männern ein Plus von 4.745 (4,7%) auf 106.002 festzustellen war. Ende Juni 2003 hatte die Arbeitslosigkeit einen Zuwachs im Jahresabstand von 9.231 Personen oder 4,8% zu verzeichnen. ****

Im internationalen Vergleich liegt Österreich nach wie vor gut:
Für den Juni 2003 (letzt verfügbarer Wert) weist EUROSTAT für Österreich eine Arbeitslosenquote von 4,4% aus. Die Fortschreibung der Quote durch das Arbeitsmarktservice für Juli ergibt 4,5%. Dieser Wert liegt damit nach wie vor deutlich unter dem EU-Durchschnitt von 8,1% (Mai). Lediglich Luxemburg mit 3,7% (Juni) und die Niederlande mit 4,1% (Mai) weisen eine niedrigere Arbeitslosenquote als Österreich auf.

Erfreulich sei auch die neuerliche Zunahme bei den unselbstständig Beschäftigten, erklärte Wirtschafts- und Arbeitsminister Dr. Martin Bartenstein zu den jüngsten Daten des Hauptverbandes der Sozialversicherungsträger: Ende Juli war im Vergleich zum Vorjahr ein Anstieg der unselbständigen Beschäftigung (ohne geringfügige Beschäftigungsverhältnisse) um 28.765 Personen (+0,89%) auf einen Wert von 3.275.374 (1.791.552 Männer; 1.483.822 Frauen) festzustellen. Gegenüber Ende Juni 2003 nahm die Zahl der Beschäftigten um 66.032 Personen (+2,06%) zu.

Im Detail zeigten sich Ende Juli 2003 auf dem heimischen Arbeitsmarkt folgende Tendenzen:

Weitere Verkürzung der Arbeitslosendauer

Die durchschnittliche Dauer einer Arbeitslosigkeitsepisode hat im Juli 2003 106 Tage betragen. Die Arbeitslosendauer liegt somit um 8 Tage unter dem Vergleichswert des Vorjahres bzw. dem Juli-Wert 2001.

Langzeitarbeitslosigkeit ist weiter rückläufig

Ende Juli war die Zahl der über 6 Monate vorgemerkten Arbeitslosen mit 46.583 gegenüber dem Vorjahr um 472 bzw. 1,0% rückläufig. Allerdings hat sich die Abnahme im Vergleich zu den Vormonaten etwas abgeschwächt. Länger als 1 Jahr vorgemerkt sind 19.672 Personen. Diese Zahl liegt um 6.682 über dem Juli-Wert des Vorjahres.

Niedrigste Jugendarbeitslosigkeit im EU-Vergleich

Die Zahl der arbeitslosen 15- bis 18-jährigen Jugendlichen lag Ende Juli bei 4.446 Personen (+489 bzw. +12,4%). Auch die Zahl der vorgemerkten Arbeitslosen im Alter von 19 bis 24 nimmt weiter zu. Im Juli waren um 2.502 bzw. 9,5% mehr Personen dieser Altersgruppe (insgesamt 28.853) vorgemerkt.

Im EU-Vergleich weist Österreich mit 7,4% (Juni 2003) die niedrigste Jugendarbeitslosenquote aus, gefolgt von den Niederlanden (8,3%; Mai), Irland (8,7%; Juni) und Dänemark (9,0%; Mai). Die Jugendarbeitslosenquote ist im EU-Durchschnitt mit 15,8% (Mai) mehr als doppelt so hoch.

Am laufenden Sonderprogramm für Jugendliche unter 24 Jahren, konzipiert für rund 5.000 Personen, nehmen laut AMS derzeit im Durchschnitt 4.206 Personen teil. Insgesamt waren es bisher rund 11.900 Jugendliche bzw. junge Erwachsene. Allein für dieses Programm werden im Jahr 2003 rund 80 Millionen Euro zusätzlich zum Förderbudget des Arbeitsmarktservice Österreich eingesetzt.

Lehrstellenmarkt

Die Zahl der Lehrstellensuchenden lag Ende Juli mit 9.741 um 1.144 (13,3%) über dem Wert des Vorjahres. Auch die beim Arbeitsmarktservice gemeldeten offenen Lehrstellen haben im Vorjahresvergleich etwas zugenommen (+108 bzw. +3,6% auf 3.116).

Im laufenden Lehrlingsauffangnetz gemäß Jugendausbildungssicherungsgesetz stehen Lehrgangsplätze für rund 3.350 Personen zur Verfügung, darunter 350 Verlängerungen. Derzeit nehmen laut AMS im Durchschnitt 2.871 Jugendliche an diesen Maßnahmen teil. Insgesamt haben bisher 5.616 Jugendliche von diesem Netz Gebrauch genommen. Für das Lehrlingsauffangnetz 2002/2003 sind inklusive der Beteiligung der Bundesländer rund 32 Millionen Euro vorgesehen.

Altersarbeitslosigkeit

Die Arbeitslosigkeit der über 50-Jährigen entwickelte sich im Juli mit einem Anstieg von 2,0% (+854 auf 43.518) unterdurchschnittlich. Wie in den Vormonaten war die Arbeitslosigkeit in der Altersgruppe der 50- bis 54-Jährigen mit -691 (-3,3%) rückläufig, während sie bei den 55- bis 59-Jährigen (+943; +5,3%) und den über 60-Jährigen (+602; +15,5%) zugenommen hat. Neben demographischen Faktoren ist die Zunahme auch auf die geänderten Zugangsbestimmungen in die vorzeitige Alterspension und den entsprechenden Begleitmaßnahmen im Arbeitslosenversicherungsgesetz zurückzuführen.

Entwicklung nach Branchen

Im Dienstleistungsbereich waren Ende Juli nennenswerte Zuwächse vor allem in den Bereichen Sonstige Dienstleitungen (+1.663; +16,4% auf 11.815), Unternehmensbezogene Dienste (+1.431; +9,2% auf 17.035), Fremdenverkehr (+1.723; +7,8% auf 23.718) und im Verkehr und Nachrichtenwesen (+545; +6,7% auf 8.730) feststellbar. In der Sachgütererzeugung ist die Zahl der vorgemerkten Personen mit +470 bzw. +1,3% auf 37.775 leicht gestiegen. In der Baubranche hat sich im Juli die günstige Entwicklung (bei Männern und Frauen) mit -597 bzw. -2,4% auf 23.962 fortgesetzt.

Entwicklung in den Bundesländern

Mit Ausnahme Oberösterreichs (-7,7%; -1.734) und Kärntens (-2,9%; -330) haben - wie schon im Vormonat - die Arbeitslosenzahlen Ende Juli in allen anderen Bundesländern zugenommen. Deutlich überdurchschnittlich war der Zuwachs in Vorarlberg (+15,0% bzw. +910), Wien (+10,0%; +6.824) und Tirol (+9,2; +832). Der Anstieg der vorgemerkten Arbeitslosen in Salzburg (+4,7%; +383) und der Steiermark (+3,8%; +1.031) entsprach der bundesweiten Entwicklung, während im Burgenland (+1,9%; +114) und in Niederösterreich (+0,9; +307) eine unterdurchschnittliche Zunahme zu verzeichnen war.

Arbeitslosigkeit nach Ausbildungskategorien

Im Juli 2003 haben mit Ausnahme der Absolventen einer Lehre mit Meisterprüfung (-2,9%; -58 auf 1.951) in allen Ausbildungsstufen bzw. -richtungen die vorgemerkten Arbeitslosen zugenommen. In absoluten Zahlen war der Anstieg in den Kategorien "Pflichtschulabschluss" (+3,8; +2.879 auf 78.557), "Keine abgeschlossene Schulbildung" (+13,4; +1.008 auf 8.539), "Lehrabschluss" (+1,4%; +957 auf 67.821), und "Universitätsabschluss" (+13,9%; +864 auf 7.063)
am deutlichsten. Anteilsmäßig entfallen 77% aller Arbeitslosen auf Personen ohne abgeschlossene Schule, Personen mit Pflichtschulabschluss und Personen mit Lehrabschluss.

Schulungen des Arbeitsmarktservice

Die Schulungsaktivitäten des Arbeitsmarktservice lagen im Juli deutlich über dem Vorjahresniveau. Die Zahl der in Schulung befindlichen Personen betrug 36.613, sie lag damit um 5.067 (16,1%) über dem vergleichbaren Vorjahreswert. 71% des Anstieges entfiel dabei auf jugendliche Schulungsteilnehmer (15- bis 25-Jährige). Besonders ausgeprägt war der Anstieg der Teilnehmerzahlen in Kärnten (+54,0% bzw. +658), Salzburg (+41,8% bzw. +368) und in Vorarlberg (+27,5% bzw. +220). Wien lag mit +9,2% (bzw. +979) das erste Mal seit Jahresanfang unter dem bundesweiten Durchschnitt. Die Schulungsteilnehmer rekrutierten sich schwerpunktmäßig aus den Berufsgruppen Büroberufe (6.972), Metall-/Elektroberufe (4.830), Handel (4.779) und den Hilfsberufen (4.345). Aus diesen Berufsgruppen kamen 57% aller in Schulung befindlichen Personen.

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