Weinzinger: Verbot von Käfighaltung muss Teil des neues Bundestierschutzgesetzes sein

Erschütterndes Tierleid in den Hühnerfabriken -Vogel-Strauß-Politik der Behörden

Wien (OTS) "Angesichts des erschütternden Berichtes des Vereins gegen Tierfabriken im 'profil' über die erbärmliche Situation der Käfighennen in Österreich, ist ein Verbot dieser Betriebe in einem Bundestierschutzgesetz ein Gebot der Stunde", fordert die Tierschutzsprecherin der Grünen, Brigid Weinzinger. "Viele der österreichischen Hühnerkäfig-Halter verweigern seit Jahren hartnäckig, die EU-Mindestanforderungen zur Haltung von Legehennen zu erfüllen und bekommen offenbar Rückendeckung von den Behörden in den meisten Bundesländern", so Weinzinger.

"Im Bundestierschutzgesetz, das noch heuer erarbeitet wird, muss die Käfighaltung von Hühnern mit einer geeigneten Umstellungsfrist verboten werden", fordert Weinzinger. Landwirtschaftsminister Pröll solle dringend ein Ausstiegssprogramm vorlegen, das die Förderung ausschliesslich alternativer Haltungssysteme vorsieht. Gleichzeitig müsse auch ein verpflichtendes Prüfverfahren für tiergerechte Haltungssysteme in der Landwirtschaft eingeführt werden. Durch diese Prüfung auf Tiergerechtheit werde verhindert, dass tierquälerische Haltungssysteme auf den Markt kommen, betont Weinzinger.

Die Grünen haben bereits im Jahr 2001 und zuletzt in diesem Jahr in parlamentarischen Anfragen jene Zustände bei der Käfighaltung kritisiert, die durch die Recherchen des Vereins gegen Tierfabriken nun auf traurige Weise bestätigt worden seien, erinnert Weinzinger. "Selbst als die EU-Kommission im Jänner 2003 ein Vertragsverletzungsverfahren eingeleitet hat, waren die österreichischen Bundesländer nicht imstande, die EU-Mindestanforderungen umzusetzen, sodass es sogar im Juli d.J. zu einer Klage beim Europäischen Gerichtshof kommen musste", kritisiert Weinzinger.

Seit Jänner 2002 wäre Österreich verpflichtet gewesen, die EU-Legehennen-Richtlinie in nationales Recht umzusetzen. Zweck dieser Richtlinie ist es, den Schutz von Legehennen bei Batteriekäfighaltung und anderen Haltungssystemen zu verbessern. Stattdessen vegetieren Millionen von Legehennen in Österreich weiter in viel zu engen Käfigen dahin.

Durch diese Haltungsformen entstehe nicht nur für erschütterndes Tierleid, kritisiert Weinzinger. Seit Jahren werden die Grünen auch ständig konfrontiert mit verzweifelten Anrufen von Anrainern, die von den oftmals illegal errichteten Anlagen betroffen und den gesundheitsschädlichen Ammoniak-Dämpfen ausgesetzt sind. "Die Behörden sehen meist weg und betreiben Vogel-Strauß-Politik" weiss die Grün-Politikerin aus Niederösterreich aus Erfahrung. Von den insgesamt 46 vom VgT besuchten Betrieben waren 27 illegal, die meisten davon in Niederösterreich.

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