Wöchentlicher Finanzmarktkommentar der Volksbank Investmentbank: 04.08. bis 08.08.2003

Wien (OTS) -

USD je EUR Euribor 3m Dt.Bund 10y ATX DAX DJ Ind. 1.Aug 03 1,117 2,13% 4,19% 1323,1 3461,0 9233,8 25. Jul 03 1,151 2,12% 4,01% 1334,8 3356,9 9284,6 Veränderung 3,01% 0,01 0,18 -0,87% 3,10% -0,55%

Die abgelaufene Woche war von durchwegs erfreulichen volkswirtschaftlichen Datenveröffentlichungen geprägt, die die zumeist positiven Erwartungen noch übertroffen haben. In Deutschland hat sich sowohl das Geschäftsklima (ifo-Index) als auch das Konsumklima (GfK) verbessert. Das ifo hat seine Wachstumsprognose für die deutsche Wirtschaft im kommenden Jahr wieder erhöht und geht nun von einem Wirtschaftswachstum um 1,7% aus. Für Österreich hat das IHS seine Prognose ebenfalls erhöht. Hier hat sich das Geschäftsklima laut Einkaufsmanagerindex bereits wieder so weit verbessert, dass von einem Wachstum des produzierenden Sektors ausgegangen werden kann. Auch der Einkaufsmanagerindex für die Europäische Währungsunion ist stärker als erwartet angestiegen. Allerdings liegt der Reuters PMI für Juli mit 48 Punkten noch immer unter der "Nulllinie" bei 50 Punkten, das heißt, er zeigt nach wie vor einen Rückgang der Industrieaktivität an. Die volkswirtschaftlichen Daten aus den USA waren noch erfreulicher als die europäischen und trugen maßgeblich zur Erholung des US-Dollar bei. Der wirtschaftliche Aufschwung dürfte hier bereits früher eingesetzt haben, als allgemein angenommen. Die erste Schätzung für das Wirtschaftswachstum im zweiten Quartal liegt mit 2,4% annualisierten Wachstum deutlich über den Erwartungen. Auch am Arbeitsmarkt hält die Entspannung an.

Während die Aktienmärkte die sich abzeichende Erholung der Konjunktur in weiten Teilen bereits seit dem Frühling vorweggenommen haben und nun vergleichsweise gelassen reagieren, sind die Anleihenrenditen erst in den letzten Wochen verstärkt ins Fahrwasser der geänderten wirtschaftlichen Erwartungen geraten. Die Rendite des 10 jährigen US T-Bond ist in der vergangenen Woche um weitere 25 Basispunkte auf 4,47%gestiegen. In Europa zog die Rendite der 10jährigen deutschen Bundesanleihe um 17 Basispunkte auf ein 3,5-Monats-Hoch an und liegt jetzt bei 4,23%.

Seit fast 2 Wochen ist die Verzinsung langfristiger Anleihen in den USA wieder höher als in Europa. An diesem Zustand sollte sich in der nächsten Zeit nichts ändern, obwohl die kurzfristigen Geldmarktzinsen in den USA viel niedriger sind als hierzulande. Die höheren US-Renditen sind vor allem durch den Vorsprung der Konjunktur und die Angebotserhöhung bei den Staatsanleihen begründet. Aufgrund von Kriegsausgaben und Steuersenkungen werden die Emissionen US-amerikanischer Staatsanleihen erhöht. Im dritten Quartal sollen um 70% mehr Anleihen emittiert werden als im zweiten, und für das vierte Quartal ist sogar das Doppelte des gegenwärtigen Emissionsvolumens geplant. Auch in Europa nimmt die staatliche Emissionstätigkeit zu, allerdings mit deutlich niedrigeren Wachstumsraten. Die Euro-Renditen sind im Gefolge der US-Renditen stärker gestiegen als durch die aktuelle europäische Situation gerechtfertigt wäre. Für die nächste Woche ist in Europa daher eher mit einem leichten Rückgang zu rechnen.

Wenn die Anleihenrenditen - wie erwartet - in den USA höher bleiben als in Europa, bildet dies eine gute Unterstützung für den US-Dollar. Ein Teil der euphorischen Marktreaktionen auf die guten volkswirtschaftlichen Daten kann in der kommenden Woche aber wieder abgebaut werden, wenn Positionen aufgelöst und Gewinne realisiert werden. Das Leistungsbilanzdefizit der USA lässt mittelfristig nach wie vor einen etwas schwächeren Dollar erwarten. Die volkswirtschaftlichen Datenveröffenlichungen der kommenden Woche dürften für die Aktienmärkte kaum Impulse bringen. Der freundliche Grundton wird von dieser Richtung her weder verstärkt noch abgeschwächt.

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