Brettenthaler: Nicht ÖÄK, sondern SPÖ polemisiert

ÖÄK: Ärzte Vertragspartner der Krankenversicherung und nicht der SPÖ - Mediziner seit langem zu ökonomischer Verschreibweise verpflichtet - SPÖ soll offenlegen, wer teure Medikamente bekommen soll und wer nicht

Wien (OTS) - Der Präsident der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK), Dr. Reiner Brettenthaler, hat im Zusammenhang der Kritik des SPÖ-Bundesgeschäftsführers Norbert Darabos darauf hingewiesen, dass niedergelassene Ärzte in erster Linie Freiberufler seien, die in erster Linie der Gesundheit der ihnen anvertrauten Patienten verpflichtet seien. "Wir sind durch einen Vertrag mit der sozialen Krankenversicherung verbunden und nehmen Ratschläge aus der Bundespolitik zur Kenntnis. Unser Vertragspartner ist aber die soziale Krankenversicherung und nicht die SPÖ, und unser wichtigster Vertrags- und Vertrauenspartner ist der Patient", erklärte Brettenthaler in einer Aussendung. Im übrigen seien die österreichischen Ärzte bereits seit zehn Jahren zu einer ökonomischen Verschreibweise verpflichtet, erläuterte der ÖÄK-Präsident. "Es gibt eine entsprechende Richtlinie, an die sich die Ärzte auch halten. Dafür gibt es Sanktionsmechanismen. Wir brauchen keine neuen Strafandrohungen", bemerkte Brettenthaler. Die österreichischen Ärzte beteiligten sich darüber hinaus auch seit einigen Jahren an verschiedenen Reform-Programmen zur ökonomischen Verschreibweise, wie etwa "Arzneidialog" oder "Arzt und Vernunft". Vor diesem Hintergrund müsse er die Kritik des "Polemisierens" leider an die Adresse der SPÖ zurückgeben.

"Wenn schon die Wahrheit, dann die volle", verlangte Brettenthaler seinerseits von der SPÖ und bekräftigte seine Forderung, die SPÖ solle auf den Tisch legen, für welchen Personenkreis teure Medikamente eingeschränkt werden sollten. Im übrigen sei es keine "Behauptung wider besseren Wissens", dass die Sanktionierung der Verschreibung teurer Medikamente gesundheitliche Negativ-Folgen für die Patienten hätten, sondern nur die "bittere Realität", so Brettenthaler. Brettenthaler: "Es gibt eben teure, effiziente Mittel, die für die Behandlung unerlässlich sind." (Schluss)

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