Vatikan-Dokument ein Schlag ins Gesicht aller MenschenrechtsaktivistInnen

Grüne Andersrum-Sprecher Schreuder: Passus über "faktische Vergewaltigung von Kinder" ist menschenverachtend

Wien (Grüne) - Als "Schlag ins Gesicht aller Menschen, die seit Jahren für die Menschenrechte arbeiten", bezeichnet der Sprecher der Grünen Andersrum Wien, Marco Schreuder, das Vatikan-Dokument, das zum Widerstand gegen die gesetzliche Anerkennung gleichgeschlechtlicher Lebensgemeinschaften aufruft.

Besonders verärgert reagiert Schreuder auf die Formulierung über das Adoptionsrecht von lesbischen und schwulen Paaren, da dies "faktisch eine Vergewaltigung der Kinder" bedeute. Schreuder: "Wie fortschrittliche Staaten längst bewiesen haben, sind solche so genannten Regenbogen-Familien in keinster Weise für die Kinder gefährdend. Dass dieses Recht mit einer kriminellen Handlung verglichen wird, zeigt die menschenverachtende Taktik des Vatikans, da offensichtlich versucht wird, Homosexualität nicht nur als ‚Sünde', sondern sogar als Tatbestand darstellen zu lassen."

Verwundert zeigt sich Schreuder, dass der Vatikan die Trennung von Kirche und Staat derart hintergeht: "Im Papier des Kardinals Ratzinger werden immerhin PolitikerInnen aufgefordert gegen die Menschenrechte von Lesben, Schwule und Transgenders aufzutreten. Das bedeutet, dass der Vatikan von den PolitikerInnen verlangt sich gegen die Europäische Menschenrechtskonevntion zu stellen. Das ist ein ungeheuerlicher Schritt zurück in eine mittelalterliche Sexualmoral und somit auch eines mittelalterlichen Europas. Denn immerhin hat sogar der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte ge- und verurteilt, das homo- den heterosexuelle Lebensgemeinschaften gleichgestellt werden müssen."

Die katholische Kirche soll sich nicht wundern, wenn sie in den nächsten Zeit mit einer Austrittswelle konfrontiert wird, so der Sprecher der Grünen Andersrum Wien weiter, denn: "Die Zeiten, in denen sich Lesben, Schwule und TransGenders verstecken sind ebenso vorbei, wie die Zeiten, in denen keine politischen Forderungen gestellt werden. Die Antwort wird sowohl inner- als auch außerkirchlich nicht ausbleiben. Darauf muss sich der Vatikan wohl vorbereiten. Denn wenn im Vatikan-Papier geschrieben wird, Homosexuellen sei mit ‚Mitleid' zu begegnen, dann werden die katholischen Meinungsmacher bald merken, dass nicht Mitleid, sondern Respekt und gleiche Rechte gefragt sind."

Für die Zukunft glaubt Schreuder, dass der Weg zu rechtlich anerkannten PartnerInnenschaften unumkehrbar ist: "Irgendwann wird auch die römisch-katholische Kirche von Staaten, denen Menschenrechte viel bedeuten, überholt werden, und sie wird sich den Gegebenheiten anpassen müssen - Gegebenheiten im übrigen, die in Österreich längst überfällig wären", so Schreuder abschließend.

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