Graber (KPÖ): US-Gesundheitssystem ist teuer, ineffizient und lebensgefährlich

Millionen Menschen werden im Notfall in den finanziellen Ruin getrieben

Wien (OTS) - Michael Graber, Gesundheitssprecher der KPÖ, verwehrt sich heute neuerlich gegen Aussagen von Regierungspolitikern, dass das österreichische Gesundheitssytem nicht effizient sei.

Graber: "Aussagen sollen sich doch auf Fakten stützen. Sehen wir uns diese einmal an. Das österreichische System, für welches 8,3 Prozent des BIP aufgewendet werden, garantiert medizinische Versorgung für 99 Prozent der Bevölkerung. Das großteils privat organisierte Gesundheitssystem der USA ist hingegen - obwohl insgesamt 40 Millionen US-Bürger über keine Krankenversicherung verfügen und wahrscheinlich weitere 40 Millionen unterversichert sind, da sie sich die hohen Beiträge für einen umfassenden Schutz nicht leisten können - das mit Abstand teuerste der Erde ist, welches zudem ineffizient und lebensgefährlich ist."

2001 betrugen die Gesundheitsaussagen der USA über eine Billiarde Dollar (13,2 Prozent des BIP) - der OECD-Durchschnitt lag bei 8 Prozent. Trotzdem erreicht das amerikanische Gesundheitssystem im internationalen Qualitätsvergleich der WHO nur Platz 37 und die Lebenserwartung der US-Bürger liegt unter dem Durchschnitt der OECD-Staaten.

Für Menschen mit extrem niedrigem beziehungsweise keinem Einkommen übernimmt der Staat in medizinische Notfällen die Kosten einer Behandlung - doch was ist einer medizinischer Notfall? Faktum ist jedenfalls, so stellt selbst die Süddeutsche Zeitung fest (siehe
http://www.sueddeutsche.de/deutschland/artikel/189/9180/), dass in
den USA "überproportional viele Amerikaner an eigentlich beherrschbaren Infektionskrankheiten wie der Lungenentzündung (sterben)".

Existenzielle Gefahren entstehen auch für jene, die sich eine private Krankenversicherung leisten können. Private Versicherungen übernehmen Behandlungskosten oft nur bis zu einer bestimmten Höhe. Wenn der Notfall da ist, dann kann dies für die Betroffenen zur Katastrophe werden. Zwar ist der Staat verpflichtet, in lebensbedrohenden Notfällen die Behandlung zu bezahlen, aber ob ein Notfall vorliegt, muss der behandelnde Arzt entscheiden. Und Patienten, die abgewiesen werden, sind keine Seltenheit.

Studien zeigen auch, dass die Prämien der privaten Krankenversicherungen sehr hoch sind. Nichtsdestotrotz werden Arzneimittelkosten häufig nicht von den Versicherungen übernommen. Dies führt dazu, dass als Ursache für die Zahlungsunfähigkeit amerikanischer Familien an zweiter Stelle unbezahlbar hohe medizinische Rechnungen liegen.

In Zeiten der wirtschaftlichen Krise verschärft sich die Situation weiters, da dann viele Unternehmen am Versicherungsschutz ihrer Angestellten sparen und da mit steigenden Arbeitslosenzahlen auch die Zahl der Nicht-Versicherten steigt.

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