• 31.07.2003, 10:16:08
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PRÖLL: WIRKSAMES HILFSPAKET FÜR DÜRREGESCHÄDIGTE BAUERN GESCHNÜRT

Dürregipfel mit Finanzminister brachte Einigung über Hilfe aus dem Katastrophenfonds

Wien (OTS) Der Dürregipfel bei Finanzminister Karl Heinz Grasser
brachte gestern eine für die dürregeschädigten Bauern wichtige
Entscheidung. Der Bund stellt insgesamt 3 Millionen Euro aus dem
Katastrophenfonds für eine Futterzukaufsaktion für die von der Dürre
am schwersten betroffenen Grünlandbetriebe zur Verfügung. Weitere 3
Millionen Euro müssen die Länder zur Verfügung stellen, damit die
Aktion durchgeführt werden kann. Mit insgesamt 6 Millionen Euro ist
das größte akute Problem zu bewältigen, die Bauern können für ihre
Tiere das notwendige Futter zukaufen, erklärte Lebensminister DI
Josef Pröll zum Ergebnis des gestern abends im Finanzministerium
stattgefundenen Dürregipfel.****

Die rasche Entscheidung ist für die Bauern darüber hinaus ein
wichtiges Signal, die Bundesregierung lässt die Bauern in dieser
schwierigen Situation nicht allein. Jetzt geht es darum, mit den
Ländern rasch die technischen Details auszuverhandeln. Die Länder
können über den notwendigen Rahmen ihrer Beteiligung von 3 Millionen
Euro hinaus auch weitere Hilfsmaßnahmen setzen, falls dies regional
notwendig sein sollte, führte Pröll weiter aus.

Insgesamt steht ein Hilfspaket zur Verfügung, das die Landwirtschaft
bei der Bewältigung der Ausnahmesituation effektiv unterstützt. Die
Stilllegungsflächen sind zur Futtergewinnung freigegeben, eine
finanzielle Entlastung aller von der Dürre betroffenen Betriebe ist
durch die ebenfalls bereits angebotene Stundung der
Agrarinvestitionskredite gegeben. Wichtig wäre noch, dass die EU
verbilligtes Getreide aus den Interventionslagern für
Fütterungszwecke zur Verfügung stellt. Ein entsprechender Antrag
wurde von Österreich bereits gestellt, ein positives Ergebnis der
Verhandlungen steht aber noch aus. Auch hier gilt der Grundsatz:
"Wer rasch hilft, hilft doppelt", appellierte Pröll an die Brüsseler
Behörden, auch einen wichtigen Beitrag zur Entlastung der Bauern zu
leisten.

Klar ist aber auch, dass auch für Grünlandbetriebe ein
Versicherungsmodell gegen Dürreschäden entwickelt werden muss. Da
Dürreperioden offensichtlich aufgrund des Klimawandels häufiger
auftreten, muss neben einem Schwerpunkt in der Bekämpfung des
Klimawandels für die Betriebe eine effektiv wirksame und
kalkulierbare Lösung auf Versicherungsbasis gefunden werden. Es kann
nicht Dauerlösung sein, mit Novellen zum Katastrophengesetz und
budgetären Kraftanstrengungen Hilfsmaßnahmen zu setzen. Allerdings
gibt es derzeit in ganz Europa kein Grünland-Versicherungsmodell.
"Um in Zukunft eine bessere Absicherung für die Bauern in Grünland
zu gewährleisten, werde ich mich daher einsetzen, dass
Dürreversicherungsmodelle entwickelt werden. Hier muss Österreich
eine Vorreiterrolle übernehmen und gemeinsam mit der
Hagelversicherung entsprechende Pakete entwickeln", sagte Pröll
abschließend.

(Schluss)

OTS0049    2003-07-31/10:16

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