Kabas contra Rieder: Wiener Standort sackt leider immer mehr ab

Ändert sich nichts, haben bis 2006 Warschau, Moskau und Budapest Wien überholt

Wien, 2003-07-29 (fpd) - So sehr der Ausbau des Produktionsstandortes der Kelly GmbH in Wien erfreulich ist, bleibt dies leider nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Faktum ist, daß Wien als Standort immer mehr an Terrain verliert und sich nur mehr im letzten Drittel in Europa befindet, so heute der Obmann der Wiener Freiheitlichen Mag. Hilmar Kabas.

Nach einer Studie des Kölner Forschungsinstituts Empirica-Delasasse über europäische Zukunstandorte etwa belegte Wien in diesem Ranking 1998 noch den guten 9. Platz. In der heurigen aktuellen Neufassung dieser Studie ist die Bundeshauptstadt auf Platz 73 zurückgefallen.

In der Neufassung dieser Studie wurden vor allem die Bereiche Innovation sowie High-Tech-Potential stark bewertet. Da Wien bei diesen Standortfaktoren international einen großen Rückstand aufweist, ist die Stadt in diesem Standortvergleich so weit zurückgefallen.

Wie verfehlt die heimische Standortpolitik ist, zeigt sich aktuell anläßlich des Ausbaus des Techgate Towers. Faktum ist, daß die Hochphase der IT-Branche längst vorbei ist und ein bekannter Wiener IT-Spezialist dieses Projekt damit kommentiert hat, daß "die Stadt wohl ein wenig zu spät dran ist. Das Techgate, so der Spezialist, hätte es schon 1995 gebraucht.

Wien kommt auch bei dem von der britischen Beratungsfirma Cushman & Wakefield Healy & Baker durchgeführten europaweiten Standortvergleich heuer schlecht weg. Im Jahr 1990 belegte Wien unter 30 europäischen Metropolen noch den 20. Platz. Im aktuellen Ranking 2002 ist die Bundeshauptstadt auf den 23. Platz zurückgefallen.

Die beliebtesten Firmenstandorte sind seit 1990 London, Paris, Frankfurt, Brüssel und Amsterdam. Berlin, Stockholm und Prag sowie Madrid und Barcelona konnten seither stark aufholen.

Interessante Ergebnisse ergibt auch eine Befragung von Konzernmanagern über ihre Zukunftspläne: Bis zum Jahr 2006 wird demnach Wien nach diesen Ansiedlungsplänen internationaler Konzerne von den Städten Warschau, Moskau und Budapest überholt werden.

Auch die kommende EU-Erweiterung werde für Wien ein weiteres Abrutschen bedeuten. Gemäß einer Studie von Boston Consulting droht in den kommenden Jahren eine Abwanderungswelle von Headquarters nach Prag, Budapest und Co. Weniger stehe die gänzliche Schließung bevor, jedoch ein "Ausdünnen durch Abwanderung von Mitarbeitern und Unternehmensfunktionen", heißt es in der Studie. 3000 Arbeitsplätze könnten inklusive Zulieferer verloren gehen.

Das Resümee: Wien hinkt den Entwicklungen hinterher, setzt selbst kaum Akzente und wirft seine Hemmschuhe wie die Bürokratie und die hohen kommunalen Belastungen nicht ab. Wenn Wien von sich aus nicht bald damit beginnt, eine aktive Standortpolitik zu betreiben, wird es nicht einmal bis 2006 dauern, bis Wien von Warschau, Moskau und Budapest als Standort überholt wird. Das möge sich Rieder in sein Stammbuch schreiben, wenn er wieder einmal seine rosarote Brille aufsetzt, um die SPÖ-Politik für den Wiener Standort zu loben, schloß Kabas. (Schluß) HV

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