Wöchentlicher Finanzmarktkommentar der Volksbank Investmentbank: 28.07. bis 01.08.2003

Wien (OTS) - Während sich die europäischen Benchmarkrenditen im Laufe der Woche kaum änderten, haben die langfristigen Zinsen in den USA um weitere 20 Basispunkte auf 4,15% angezogen und sind nun wieder höher als die europäischen. Dies entspricht auch viel mehr der konjunkturell besseren Situation der USA als die negative Zinsdifferenz der vergangenen Monate. Dennoch verzeichnete der Dollar per saldo in der vergangenen Woche einen kräftigen Verlust gegenüber dem Euro. Eine Unterstützung findet der Euro in den kurzfristigen Zinsen, die in Europa immer noch um 100 Basispunkte über den US-amerikanischen liegen.

Die jüngsten Konjunkturdaten aus den USA waren erfreulich. Die wöchentlichen Anträge auf Arbeitslosenunterstützung sind auf das niedrigste Niveau seit 5 Monaten gefallen.

Die Quartalsberichte der Unternehmen, die nun verstärkt aus Europa kommen, blieben überwiegend positiv. An den Erwartungen gemessen gute Ergebnisse von Siemens und DaimlerChrysler zogen den DAX nach einer schwachen Börsenwoche wieder auf sein Ausgangsniveau. Die US-Märkte waren bis Handelsschluss am Donnerstag neutral bis leicht im Plus.

Der ATX wurde von der negativen Marktreaktion auf die Wandelanleihenemission belastet, die die ÖIAG am Donnerstag auf die Telekom Austria begeben hat. Die heftige Reaktion mit einem Minus von bis zu 6% während des Tages dürfte aber überzogen gewesen sein. Die Emission bringt keine Verwässerung mit sich, da nur die 5% Altaktien betroffen sind, die die ÖIAG aufgrund ihres Abkommens mit der Telekom Italia im Laufe dieses Sommer verkaufen darf. Die Anleihe läuft bis 2006, der Wandelkurs liegt bei 13 Euro, gewandelt werden kann ab 27. September. Damit wird die potenzielle Marktbelastung aus der Veräußerung von ÖIAG-Beständen einerseits in die Zukunft verschoben und kommt außerdem erst ab einem Kursniveau zum Tragen, das um 30% über dem heutigen TA-Kurs liegt. Die Emission war innerhalb von vier Stunden verkauft. Die Enttäuschung darüber, dass die ÖIAG derzeit wohl keine Alternativen zur kurzfristigen Umsetzung ihres Privatisierungsauftrages hat, kann den Kurs zwar weiter belasten. Der gute Absatz der Wandelanleihe zeigt aber, dass institutionelle Anleger nach wie vor auf Übernahmegewinne bei der TA setzen.

In der kommenden Woche steht eine Reihe wichtiger Wirtschaftsdaten zur Veröffentlichung an. Dabei sind vor allem der deutsche ifo-Geschäftsklima-Index am Montag, das US-Verbrauchervertrauen am Dienstag und der Konjunkturausblick der Fed für die USA (Beige Book) am Mittwoch interessant. Beim ifo-Index ist durchaus mit einer Verbesserung zu rechnen. Die aufgrund der Sommerpause vorgezogene Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank am Donnerstag wird aller Voraussicht nach keine Änderung der kurzfristigen Zinsen bringen. Ebenfalls am Donnerstag wird die erste Schätzung für das US-BIP-Wachstum veröffentlicht. Im Vergleich zu den zukunftsorientierten Indikatoren sollte diese Zahl eher dürftig ausfallen. Die aktuelle Stimmung werden die Einkaufsmanager-Indizes am Freitag illustrieren.

Die Fülle der Wirtschaftsdaten deutet auf eine ereignisreiche Woche an den Finanzmärkten hin, wobei sich die etwas freundlichere makroökonomische Stimmung halten sollte. Bei den Zinsen ist daher mit keiner nennenswerten Korrektur nach unten zu rechnen. Während die Berichtssaison in den USA vorbei ist und die Aktienmärkte relativ stark von den allgemeinen Wirtschaftsdaten dominiert werden dürften, sind in Europa noch wichtige Unternehmensergebnisse ausständig. Insgesamt erwarten wir in den kommenden Woche eine Seitwärtsentwicklung.

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