"Schatzhaus Österreich" lädt zum Rundgang durch das spätmittelalterliche Schloss Frauenstein

Wien (OTS) - Eine der besterhaltenen heimischen Burgen der Spätgotik steht in Kärnten: Schloss Frauenstein. Die weitläufige, einst von einem Wassergraben umgürtete Festung erstreckt sich auf einer Terrasse vor der malerischen Landschaftskulisse des Kraiger Berges. Frauenstein gehört zu jenen Burgen und Schlössern, die um die einstige Herzogsstadt St. Veit an der Glan errichtet wurden. Die ORF-Aktion "Schatzhaus Österreich" lädt am Sonntag, dem 27. Juli 2003, zur Führung durch das Schloss Frauenstein in Frauenstein/Kraig (bei St. Veit an der Glan) ein. Treffpunkt ist um 10.00 Uhr beim Haupteingang. Erwachsene zahlen sechs Euro Eintritt. Das Geld kommt der Denkmalpflege zugute.

Der Rundturm an der Südfront ist der älteste Bauteil - er stammt von der romanischen, 1195 urkundlich erwähnten Vorgängerburg. Auf deren Resten ließ Christoph I. Welzer von Eberstein 1519 bis 1521 das bestehende Schloss errichten, wie sein Wappenstein an der Nordwand des Wasserturms verrät. Das Vierturmkastell wurde zu einer längsrechteckigen fünftürmigen Festung erweitert, die Wohntrakte im Osten und Westen mit zierlichen Ecktürmen bewehrt. Für Kärnten ungewöhnlich ist der zentrale trapezförmige Innenhof. Die Laubengänge im Obergeschoß des Ost- und Nordtraktes fügte Welzers Sohn Moritz hinzu. Die hauptsächlich spitzbogigen, teilweise rundbogigen Arkaden lassen den Übergang zur Renaissance erkennen. Eine Besonderheit sind die unterhalb des Originaldachstuhls eingeschobenen Wehrgänge, die mit dem Rundblick eine bessere Verteidigung ermöglichten. Auch das Verlies im so genannten "Fallturm" zeugt von der Wehrfunktion.

Schloss Frauenstein ist von großer denkmalpflegerischer Bedeutung und mit seiner Gesamtanlage erhaltenswert. Das Spektrum umspannt bauliche Elemente von der Romanik bis ins 19. Jahrhundert sowie reiche Ausstattungen von der Renaissance- bis in die Barockzeit. Die im Kapellenturm an der nördlichen Flanke befindliche Allerheiligenkapelle wurde 1496 geweiht, die Stuckranken im Gewölbe und die Glasfenster stammen aus dem 18. Jahrhundert. Frauenstein war auch stets herrschaftlicher Wohnsitz, erkennbar an der prunkhaften Gestaltung und Einrichtung der Räume. Beeindruckend das Zirbenkabinett mit Renaissance-Vertäfelungen sowie das Jagdzimmer mit Wandmalereien des 18. Jahrhunderts, die Gobelin imitieren.

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