Sallmutter: Pharmawirtschaft muss zu Einsparungen im Gesundheitswesen beitragen

Weitere Selbstbehalte für PatientInnen nicht zu akzeptieren

Wien (GPA). Der Vorsitzende der Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA), Hans Sallmutter, sieht im Bereich der Medikamentenausgaben wesentliches Einsparungspotenzial für das Gesundheitswesen und fordert vor allem eine Senkung der Spannen im Pharmagroßhandel und bei Apotheken: "Gerade angesichts von Rekordergebnissen im Pharmasektor ist es nicht einzusehen, dass in Österreich Spannen weit über dem europäischen Durchschnitt bezahlt werden und gleichzeitig über weitere Selbstbehalte bzw. Leistungskürzungen zu Lasten der Versicherten nachgedacht wird". Sallmutter begrüßt in diesem Zusammenhang die konstruktive Position des Präsidenten der Apothekerkammer Herbert Cabana, der sich einen Verzicht auf Teile der Umsatzzuwächse vorstellen kann. Ein entsprechendes Entgegenkommen vermisst Sallmutter von Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl, der gestern einen Beitrag der Pharmawirtschaft zur Senkung der Medikamentenausgaben zurückgewiesen hat.++++

Laut Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger müsse bei den Krankenkassen für das heurige Jahr mit einem Kostenanstieg für Medikamente von bis zu 197,7 Millionen Euro gerechnet werden. Diese Kosten könnten durch den Anstieg der Beitragseinnahmen von geschätzten 113 Millionen Euro bei weitem nicht abgedeckt werden. "Diese Entwicklung erfordert rasche Maßnahmen und ein Ausnützen der bestehenden Spielräume. Wenn man die aktuelle Umsatz- und Gewinnentwicklung führender Pharmaunternehmen betrachtet, dann liegen die Spielräume auf der Hand", so Sallmutter.

Weitere Selbstbehalte in der Krankenversicherung lehnt Sallmutter ab. Diese würden einer einseitigen Beitragserhöhung auf Kosten Kranker gleichkommen und damit das bestehende solidarisch finanzierte Gesundheitssystem untergraben. "Durch ein vernünftiges Maßnahmenpaket, das insbesondere der alarmierenden Entwicklung der Medikamentenkosten entgegenwirkt, muss sichergestellt werden, dass die Leistungen der sozialen Krankenversicherung auch künftig allen PatientInnen auf gleichem Niveau und zu gleichen Kosten zur Verfügung steht", so Sallmutter abschließend.

ÖGB, 25. Juli 2003
Nr. 626

Rückfragen & Kontakt:

GPA
Mag. Isabel Koberwein
Telefon: (01) 313 93-207
Mobil: 0676/817 111 207
eMail: isabel.koberwein@gpa.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NGB0002