"Forderung nach Wiedereinführung des Bazillenausscheidergesetzes nicht zielführend"

Hinterleitner: "Sicherheit für den Konsumenten ist garantiert"

Wien (PWK 497) - Die Forderungen nach Wiedereinführung des Bazillenausscheidergesetzes zeigen eine völlige Unkenntnis der Sachlage, nimmt der Obmann des Fachverbandes Gastronomie, Komm.-Rat Helmut Hinterleitner, zu den jüngsten Aussendungen von AK und Gewerkschaft HGPD Stellung: "Dieses im Jahr 1945 auf Betreiben der amerikanischen Besatzungsmacht erlassene Gesetz war fachlich überholt".

Denn mit den im Bazillenausscheidergesetz vorgesehenen Untersuchungen konnten nur sogenannte Dauerausscheider erfasst werden. Typische Fälle von Thyphus, Parathyphus, Hepatitis, die auf solche Bazillenausscheider zurückgehen, kommen heute hingegen so gut wie gar nicht mehr vor. Insofern ist diese Untersuchung, die bei anderen Erkrankungen eine reine Momentaufnahme darstellt, nicht effizient. Dies war auch der Grund, warum das Gesetz im Zuge des Verwaltungsvereinfachungsgesetzes im Frühjahr 2002 abgeschafft wurde, erklärt Hinterleitner.

Die Sicherheit für den Konsumenten ist nach wie vor garantiert, betont Hinterleitner. Nach der Lebensmittelhygieneverordnung ist jeder Gastwirt zum Aufbau eines Hygieneanalyse- und Kontrollsystems (HACCP) verpflichtet.

Der Fachverband unterstützt bereits seit Jahren seine Mitgliedsbetriebe in Hygienefragen, etwa durch Schulungsfilme und Informationsmaterialien und zum Teil kostenlose Beratungen.

"Dies ist der einzige Weg, um Lebensmittelvergiftungsfälle auf ein Mindestmaß zu reduzieren. Die Einführung von kostenintensiven und wirkungslosen Untersuchungen oder sonstigen bürokratischen Verpflichtungen wird von unserer Seite aber abgelehnt," stellt der Sprecher des österreichischen Gastgewerbes fest. (hp)

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Dr. Thomas Wolf
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