Frauen und Kinder zuerst

Hilfswerk Austria leistet konkrete Aufbauarbeit für Iraks Mutter-Kind-Spitäler

Wien (OTS) - Bei einem eingehenden Lokalaugenschein machten sich jetzt Mitarbeiter des Hilfswerk Austria persönlich ein Bild von der Lage in den Spitälern des Irak. Das ernüchternde Ergebnis:

Die Krankenhäuser sind nicht erst durch den Irak-Krieg, sondern bereits durch die sukzessive Vernachlässigung in den vergangenen 11 Jahren seit dem 1. Golfkrieg in einem jämmerlichen Zustand jenseits aller hygienischer Mindeststandards. Es gibt Kapazitätsprobleme, sodass oft mehrere Kinder ein Bett teilen müssen. Die medizinischen Geräte wurden - sofern überhaupt vorhanden - jahrelang nicht gewartet und sind daher nicht intakt. Und die Zentralverteilung der Medikamente funktioniert überhaupt nicht - seit Kriegsbeginn sind die Spitäler nicht mehr mit Medikamenten beliefert worden! Die Folge:
Engpässe bei vielen wichtigen Medikamenten wie z.B. Antibiotika, Abhängigkeit von Medikamentenlieferungen der NGOs.
Nicht ausbezahlte Gehälter ziehen Personalprobleme nach sich, die sich darin äußern, dass die Eltern ihre Kinder in den Spitälern selbst betreuen und mit Essen versorgen müssen. Und durch die generell unsichere Situation auf den Straßen wird Hilfe zusätzlich erschwert: überforderte und frustrierte US Soldaten, Bandenbildungen, immer noch Plünderungen - auch in den Spitälern, deren Strukturen sich in einem allgemeinen Kompetenz-Wirrwarr überdies aufzulösen scheinen.

Das Hilfswerk hat als unmittelbare Konsequenz folgenden Hilfsplan entwickelt:

1. Schnelle Minimalversorgung der Spitäler mit den wichtigsten Medikamenten 2. Nachschub mit dringend benötigter Standardausrüstung wie Einwegspritzen, Handschuhen etc. 3. Herstellung eines Mindeststandards bei technischen Geräten wie Inkubatoren sowie bei der Laboreinrichtung

Konkret wurden 7 Mutter-Kind-Spitäler in Bagdad, Samawa, Mosul, Hilla, Nasiriya und Ramadi ins Auge gefasst. Da diese Krankenhäuser von der österreichischen VAMED errichtet wurden, kann das Hilfswerk seit dem Golfkrieg 1991 auf vorhandene Kontakte und Strukturen aufbauen und damit effizient Hilfestellung bieten. Darüber hinaus wird - um mehr bewegen zu können - die Kooperation mit der österreichischen Wirtschaft gesucht, die sich durch entsprechende Aufbauarbeit im Irak langfristige Folgeaufträge erwarten darf.
Für die zielgerichtete und gesicherte Verteilung der Hilfsgüter sorgen die Hilfswerk Büros in Ammann und Bagdad.

Das Hilfswerk bittet dringend um Spenden: P.S.K. : 90.001.002 (ts)

Rückfragen & Kontakt:

Edith Hütthaler
Kommunikation
Hilfswerk Austria
Tel: 01/40 57 500-14

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | HLW0001