AKNÖ-Staudinger zum Ostregionsgipfel: Vernünftiger Kompromiss zwischen Burgenland und Wien

Rahmenbedingungen für Handelsangestellte müssen verbessert werden

Wien (AKNÖ) – "Als praktikable und sinnvolle Lösung", bezeichnet der Präsident der AKNÖ, Josef Staudinger das Ergebnis des heutigen Ostregionsgipfels zur Ladenöffnungszeit. Um so mehr sei es schade, dass Niederösterreich trotz aller Umfrageergebnisse einen anderen Weg eingeschlagen habe. Laut dieser Umfragen würden 95% der Beschäftigten und über 80% der Handelsbetriebe eine Ausweitung der Öffnungszeiten ablehnen. "Wir haben uns dennoch den bekannten Argumenten nicht verschlossen und waren flexibel genug, bereits bei der ersten Verhandlungsrunde am Dienstag unseren Vorschlag auf den Tisch zu legen", so Staudinger weiter. Dieser habe gelautet:
Innerhalb der bestehenden Wochenarbeitszeit von 66 Stunden einmal pro Woche bis 21 Uhr offenzuhalten und eine Verlängerungsstunde am Samstag, von 17 – 18 Uhr mit den entsprechenden kollektivvertraglichen Vereinbarungen. "Die Bundesländer Wien und Burgenland haben sich heute auf diesen Vorschlag geeignet, die Details werden jetzt noch von den jeweiligen Sozialpartnern ausgehandelt", erklärt der AKNÖ-Chef weiter.****

"In Niederösterreich wurde eine politische Entscheidung getroffen, die darauf verzichtet, einen gemeinsamen Weg mit den anderen beiden Bundesländern einzuschlagen und die es auch ermöglicht, von Montag bis Freitag bis 21 Uhr offen zu halten. Die Verantwortung dafür liegt alleine beim Landeshauptmann", stellt Präsident Staudinger klar. "Wir waren bereit, an einer tragbaren Lösung für alle Beteiligten mitzuarbeiten. Unser Angebot wurde zwar von Wien und Burgenland angenommen, in Niederösterreich aber leider abgewiesen", betont Staudinger. Gewerkschaft und Kammer hätten jetzt die Aufgabe, die geeigneten Rahmenbedingungen für die rund 100.000 Handelsangestellten in Niederösterreich zu schaffen. "Da liegt noch viel im Argen", so Staudinger. Die geeigneten Instrumente seien die Kollektivverhandlungen und ein genaues Durchforsten des Arbeitszeitrechtes.

"Nach wie ist vor nicht geklärt, wie die im Handel beschäftigten Frauen Beruf und Kinder in Zukunft vereinbaren sollen", zeigt Staudinger das Problem der fehlenden flexiblen Öffnungszeiten der Kinderbetreuungseinrichtungen auf. 70% der rund 100.000 Handelsangestellten in Niederösterreich wären Frauen. Viele von ihnen würden künftig erst spät in der Nacht nach Hause kommen, die freie Zeit mit Kindern und Familie würde immer weniger.

"Klein- und Mittelbetriebe kommen noch mehr unter den Druck der großen Ketten. Ich bin gespannt, ob die Nahversorgungsbetriebe in Niederösterreich die Einschätzung von Wirtschaftskammer und Landeshauptmann teilen. Die Ausdehnung der Öffnungszeiten begünstigt jedenfalls die großen Einkaufszentren, die den Kleinbetrieben den Umsatz wegnehmen werden. Damit ist die weitere Zunahme der Konzentration im Handel vorprogrammiert - profitieren werden die Einkaufszentren an den Stadträndern", schließt der AKNÖ-Chef.

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