Ladenöffnungsgipfel: Wirtschaftskammer Wien über Ergebnis enttäuscht

Wien (OTS) - "So überrascht wie enttäuscht" zeigte sich der Präsident der Wirtschaftskammer Wien, Walter Nettig, über das Ergebnis des Ladenöffnungszeitengipfels zwischen Wien, Niederösterreich und dem Burgenland. Nach der Ankündigung von Bürgermeister Dr. Michael Häupl, dass dieser eine Veränderung des Status Quo wolle, habe man sich viel mehr Flexibilität in den Gesprächen erwartet. Nettig: "Einmal pro Woche länger offen zu halten, hat mit Liberalisierung wirklich nichts zu tun." Diesbezügliche Versuche habe es bereits in den 90er Jahren eine Zeit lang gegeben. Schon damals war die Regelung aber nicht weitgehend genug und habe der Wirtschaft daher auch nichts gebracht. In dieser Einschätzung waren sich die Vertreter aller Landes-Wirtschaftskammern einig. Die von den Wirtschaftskammern vorgeschlagene Regelung des Offenhaltens von Montag bis Freitag zwischen 5 und 21 Uhr und Samstag von 5 bis 18 Uhr bei insgesamt 66 Stunden Offenhaltemöglichkeit bedeutete ohnehin schon einen Kompromiss. Schließlich sieht das Gesetz vor, dass der Landeshauptmann auch von Montag 5 Uhr bis Samstag 18 Uhr ein durchgehendes Offenhalten verordnen könne.

Aus Sicht der Wirtschaftskammer Wien ist leider zu befürchten, dass die Wiener Wirtschaft durch die jetzige Einschränkung der gesetzlichen Möglichkeiten nicht unbeschadet davon kommt. Da Niederösterreich angekündigt hat, die gesetzlichen Möglichkeiten voll auszuschöpfen, sind weitere Kaufkraftabflüsse aus Wien zu erwarten. "Schon jetzt geben die Wiener pro Jahr 11 Prozent ihrer Kaufkraft und damit eine Milliarde Euro in Niederösterreich aus. Sollte nur ein einziger weiterer Prozentpunkt dazukommen, verlieren die Unternehmer 90 Mio. EUR", so Nettig.

Nettig hofft daher, dass bis Ablauf der angekündigten befristeten Regelung mit Jahresende nicht zuletzt im Interesse der Arbeitsplätze der Handelsangestellten die wirtschaftliche Vernunft einkehrt und die von der Wirtschaftskammer Wien vorgeschlagenen, wesentlich liberaleren Öffnungszeiten auch in Wien eingeführt werden. "Die Wiener Wirtschaft braucht Chancengleichheit mit ihren Konkurrenten in der Ostregion ebenso wie mit den mittelosteuropäischen Nachbarländern. Am Vorabend der EU-Erweiterung sind weitere Hemmschuhe für die heimische Wirtschaft einfach nicht zu verkraften."

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