AK und VKI-Test: Jede dritte Grillfleischprobe verdorben

Kürzere Ablaufdaten und korrekte Lagertemperaturen gefordert

Wien (AK) - Sommerzeit ist Grillzeit - aber das Grillvergnügen
kann getrübt sein, warnen Konsumentenschützer. Ein AK und VKI-Test zeigt: Jede dritte Grillfleischprobe war verdorben. Es wurden 20 offene und verpackte marinierte Grillfleischproben in 20 Wiener Supermärkten eingekauft. Die Gewürze "täuschen" die Nase des Konsumenten, mahnen AK und VKI zur besonderen Vorsicht beim Grillfleischkauf. Die AK fordert realistischere Ablaufdaten und korrekte Lagertemperaturen.

Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) hat 20 Grillfleischproben (2 offene, 18 verpackte) eingekauft, wie marinierte, grillfertige Schweinesteaks, Bauchfleisch, Spieße und Spare-Ribs. Die Proben wurden in 20 Wiener Supermärkten erworben -Lidl, Magnet, Mondo, Merkur, Zielpunkt, Hofer, Interspar, Contra, Billa. Die mikrobiologische und sensorische Untersuchung führte die Lebensmittelversuchsanstalt Wien im Juni durch.

Die verpackten Grillprodukte wurden nach dem Einkauf ordnungsgemäß bis zum Ablaufdatum bzw bei offener Ware zwei Tage gelagert und dann untersucht: 7 (35 Prozent) Grillprodukte waren verdorben. Das Fleisch wies erhöhte Keimzahlen auf bzw schmeckte säuerlich und alt. Verdorben waren: Verpackte Spare-Ribs von Radatz - Billa, 22. Bezirk, verpackte Spare-Ribs von Birkenhof - Zielpunkt, 10. Bezirk, unverpacktes Schweinskotelett von Schirnhofer - Zielpunkt, 7. Bezirk, unverpackter Spieß von Schirnhofer - Zielpunkt, 22. Bezirk, verpackte Schweinefiletsteak von Tann - Interspar, 23. Bezirk, verpacktes Rumpsteak geschnitten - Merkur, 10. Bezirk, verpacktes Schweinesteak - Merkur, 22. Bezirk. Zwei Proben waren sogar am Einkaufstag verdorben - ein unverpackter Spieß von Zielpunkt (22. Bezirk) und ein verpacktes Schweinesteak von Billa (20. Bezirk).

Der Test zeigt auch: Die Lagerung der Produkte erfolgte nicht immer - wie vorgeschrieben und am Etikett angegeben - bei zwei bis vier Grad Celsius. 7 der 20 Produkte überschritten die geforderten 4 Grad Celsius, 13 hatten eine geeignete Kerntemperatur von unter 4 Grad Celsius.

Bereits im Juni zeigte ein AK-Test, dass die Qualität des Hühnerfleisches auf Grund der schlechten Lagerung nicht optimal war. Daher fordert die AK erneut: Die durchgehende Einhaltung der Kühlkette von Erzeugung bis zum Verkauf muss gewährleistet sein. Hersteller und Verpacker müssen in der heißen Jahreszeit jedenfalls die Haltbarkeitsdaten verkürzen. Denn die Konsumenten müssen sich auf das Haltbarkeitsdatum zuverlässig verlassen können, fordern die Konsumentenschützer. Außerdem muss der Handel Kühlgeräte und Thermometer besser überprüfen. Die Kühltemperaturen müssen von der Lebensmittelaufsicht gezielt kontrolliert und Verstöße sanktioniert werden.

Tipps der AK und VKI-Konsumentenschützer
Geben Sie gekühlt gelagerte Produkte so rasch wie möglich nach dem Einkauf in den Kühlschrank. Da das angegebene Ablaufdatum oft nicht hält, was es verspricht, sind Sie gut beraten, solche Waren bereits vor dem Ablaufdatum zu verbrauchen.

SERVICE: Den kompletten Test finden Sie in der Zeitschrift "Konsument", August-Ausgabe. Unter www.konsumentenschutz.at können Sie in einem Diskussionsforum ihre Erfahrungen zur Lebensmittelqualität mitteilen.

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