Verzetnitsch: ÖGB hat Arbeitszeit-Flexibilisierung bereits umgesetzt

Durch Sozialpartnereinigung zahlreiche Möglichkeiten auf KV-Ebene

Wien (ÖGB). "Wir haben bereits eine ganze Reihe von Möglichkeiten der Arbeitszeit-Flexibilisierung mit unseren Sozialpartnern erarbeitet und auf Kollektivvertragsebene umgesetzt", kontert ÖGB-Präsident Fritz Verzetnitsch die heutige Aussage von Arbeitsminister Martin Bartenstein, die Sozialpartner hätten bei der Arbeitszeit-Flexibilisierung keine nennenswerten Fortschritte erzielt. ++++

Es besteht der begründete Verdacht, dass Bartenstein den Unternehmen die Überstundenzuschläge ersparen wolle. "Auf dem Rücken der Arbeitnehmer sollen die Kosten der Unternehmen gesenkt werden", so Verzetnitsch. Die Tatsache, dass in manchen Branchen derartige Vereinbarungen nicht zustande kämen, liege lediglich daran, dass dort die Arbeitgeberseite nicht bereit sei, auch die Interessen der ArbeitnehmerInnen ausreichend zu berücksichtigen.

Es gibt aus Sicht des ÖGB keine produktionstechnische oder wirtschaftliche Notwendigkeit, auf die nicht durch eine entsprechende Sozialpartnervereinbarung auf Branchenebene im Rahmen der gesetzlichen Regelungen reagiert werden kann", sagt Verzetnitsch.

Durch die derzeitigen gesetzlichen Möglichkeiten gibt es bereits ein hohes Maß zur Flexibilisierung der Arbeitszeit, die jedoch an Entscheidungen der Kollektivvertragspartner gebunden sind. Das gewährleistet auch die Einschätzbarkeit und Sicherheit sowohl für die ArbeitnehmerInnen als auch die Unternehmen. Diese kollektivvertraglichen Regelungen bieten auch den Rahmen für Betriebsvereinbarungen, welche eine weitere Flexibilisierung der Arbeitszeit zulassen.

Arbeitszeitformen müssen aus Sicht des ÖGB auf die persönlichen Auswirkungen der ArbeitnehmerInnen, der Unternehmen und der Einkommensentwicklung Rücksicht nehmen, aber auch die Möglichkeit einer sinnvollen Freizeitgestaltung beinhalten. Dazu bedarf es gesetzlicher Rahmenbedingungen, die durch Kollektivverträge die Flexibilisierung im Interesse aller am Wirtschaftsleben Beteiligten berücksichtigt", schließt Verzetnitsch. (fl)

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