"Neue Kärntner Tageszeitung" - Kommentar: Gesunde Ernüchterung (von Claudia Grabner)

Ausgabe vom 23.07.2003

Klagenfurt (OTS) - Von gestrigen Schwüren zu heutigen Ernüchterungen ging die Talfahrt hurtig dahin: Wer, wenn nicht er, hat Österreich einst "die überfällige Sanierung des Gesundheitssystems" versprochen? Wer, wenn nicht er, hat dem Wähler zugeflüstert, im Gesundheitsbereich statt "roten Bonzentums" für nachhaltige Ordnung zu sorgen? Wer, wenn nicht Wolfgang Schüssel?

Exakt jener Schüssel, der nach drei Jahren Regentschaft nicht mehr nachzuweisen hat, als da an zwei Fingern aufzuzählen wäre: 1. Die unappetitliche Entfernung von Hans Sallmutter, mit dem Herzstück eines schwarz-blau umgefärbten - und sündteuer aufgestockten -Führungsgremiums des Hauptverbandes. 2. Ein von der Öffentlichkeit abgeschottetes Heranwachsen eines neuen Rekorddefizits der Krankenkassen. Von 149 Millionen Euro bei VP-FP-Amtsantritt im Jahr 2000 hält man heute bei minus 389 Millionen Euro. Für 2004 stürzen die Prognosen auf eine halbe Milliarde ab. So viel zum versprochenen "Ordnungschaffen". Hauptsache, Genosse Sallmutter ist rausgebissen und eigene Mannen an den Futtertrögen installiert...

Heute nun bequemt sich besagter Kanzler, seine "rechte Hand", Maria Rauch-Kallat, und Gesundheitsökonom Köck vorzuschicken, um phantasievoll über "gesunde" Sparpotenziale nachzudenken. Auf dem Rücken der Patienten, versteht sich...

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