Österreichische Forschung für "Licht ins Dunkel"

Die ARC Seibersdorf research GmbH entwickelte eine Münzsortieranlage für 300 Tonnen Kleingeld

Wien (OTS) - Die große Sammelaktion, die zugunsten der ORF-Aktion "Licht ins Dunkel" anlässlich der Euroumstellung 2002 gestartet wurde, erbrachte 300 Tonnen an Münzen und Banknoten der verschiedensten Währungen. Für die Sortierung der etwa 150 Währungen, die den Umtausch in den entsprechenden Herkunftsländern ermöglicht, wurde von der "ARC Seibersdorf research GmbH" in rekordverdächtigen sechs Monaten eine Münzsortieranlage entwickelt. Der nun fertig gestellte Prototyp, der mittels fotomechanischer Erkennung mehr als 1.500 Münztypen - mit jeweils zwei Prägebildern pro Münze - aus mehr als 150 Ländern "erkennt", sortiert vollautomatisch mit einer Geschwindigkeit von 600 Münzen pro Minute, damit die Spendengelder möglichst rasch ihrem Zweck zugeführt werden können.

Die Münzsammelaktion für "Licht ins Dunkel" erstreckte sich über einen Zeitraum von Mai 2001 bis März 2002. In der ersten Phase wurde unter dem Motto "Gib dem Schilling eine Chance" gemeinsam mit dem Österreichischem Jugendrotkreuz an den 6.200 Schulen Österreichs gesammelt. Im Herbst 2001 startete die Aktion "Gib den Münzen eine Chance", an der sich Banken, Organisationen und Firmen beteiligten. Mit der Überbringung der "Ö3 Wundertüte an alle Haushalte im Februar 2002 begann die dritte und letzte Phase der Kleingeldsammelaktion, bei der hunderttausende ORF-HörerInnen und -SeherInnen mitmachten. Nun soll die "Geldzählmaschine" in den nächsten eineinhalb Jahren die Aufgabe übernehmen - nach Abtrennung von wertlosen Gegenständen wie Erinnungsmünzen, Büroklammern und Knöpfen - diese große Menge an Kleingeld zu zählen. ARCS-Bereichsleiter Dr. Erich Kny: "Da es bis dato am Markt kein maschinelles Verfahren zur Bearbeitung dieser Münzmengen gab, war die zentrale Herausforderung dieses Projektes, die Entwicklung einer weltweit einzigartigen Münzerkennungs- und Sortieranlage. Die ARC Seibersdorf research GmbH hat ihre langjährige Erfahrung in der Entwicklung komplexer mechantronischer Automatisierungslösungen, modernster Hochleistungsbildverarbeitung und erprobtem Projektmanagement gebündelt, um diese komplexe Aufgabe zu lösen. Die für Anlagen mit dieser Komplexität und diesem Innovationsgrad extrem kurze Entwicklungszeit von sechs Monaten, wurde selbst von Experten im Vorfeld als ,extrem ehrgeiziges Ziel’ bezeichnet."

Christine Tschürtz, Geschäftsführerin des Vereins "Licht ins Dunkel", über die wirtschaftliche Effizienz dieses Projektes: "Die geschätzten Kosten einer händischen Münzzählung betragen - nach den bisherigen Erfahrungen -, mindestens 15 Prozent des Erlöses. Die Kosten der automatisierten Münzzählung - inklusive des Baues einer Sortiermaschine -, sind nicht teurer und haben den zusätzlichen Effekt einer weit höheren Ausbeute - nach heutigen Erkenntnissen um mindestens 10 Prozent - sowie einer wesentlich verkürzten Bearbeitungszeit von maximal eineinhalb Jahren. Dies stellt sicher, dass der größte Teil der eintauschbaren Münzen noch innerhalb der gesetzlich vorgesehenen Eintauschfristen eingetauscht werden kann. ARC Seibersdorf research GmbH (ARCS) als teilweise öffentliche Einrichtung garantiert darüber hinaus maximale Sicherheit und Nachvollziehbarkeit sowie Transparenz. Als gemeinnütziges Unternehmen ist ARCS nicht auf Gewinn ausgerichtet."

Insgesamt gelangten im ersten Halbjahr 2003 allein aus der Vorsortierung der Münzen und Banknoten in Seibersdorf - eine Aufgabe, die übrigens von einer Gruppe von Klienten der "Lebenshilfe" übernommen wurde - bereits 700.000 Euro in Überweisung.

So funktioniert die Münzzählung

Um die Münzen klassifizieren zu können, werden sie mithilfe einer automatischen Vereinzelung einem Bildverarbeitungssystem zugeführt. Jede Münze wird beidseitig von digitalen Kameras aufgenommen. Diese liefern die Bilder an einen Computer, der die eigentliche Erkennung mittels intelligenter Software gewährleistet. Modernste Klassifikator-Algorithmen ermöglichen es, unter einer Vielzahl von Münztypen die Herkunft und die Werte zu bestimmen. Auf Basis der erkannten Merkmale werden die geprüften Münzen in das passende Fach der Sortiermaschine gelenkt.
Diese Technologie der optischen Erkennung wurde für eine Münzensortierung mit derartiger Vielfalt bisher noch nie eingesetzt. Die unterschiedlichen Oberflächenstrukturen, Reflexionseigenschaften, Material und Verschmutzungsgrad stellen höchste Anforderungen an das optische Erkennungssystem. Darüber hinaus werden zur lückenlosen Kontrolle die Gewichte der eingesetzten und sortierten Münzen mit den Zählergebnissen korreliert, der jeweiligen Sammelorganisation (14 an der Zahl) zugeordnet und in einer Datenbank gespeichert.

Erfolgreiche Kooperation zwischen ARC Seibersdorf und "Licht ins Dunkel"

ARCS-Geschäftsführer Dr. Helmut Krünes: "Die ARC Seibersdorf research GmbH hat mit der Entwicklung dieser hochtechnisierten Geldzählmaschine einen weiteren, wesentlichen Beitrag zur Forschung und zur Menschlichkeit geleistet und setzt damit einen jahrelangen Weg der erfolgreichen Kooperation mit der Aktion ,Licht ins Dunkel’ fort."

Auf dem Sektor der Entwicklung technischer Behelfe für behinderte Kinder leistet das ARCS seit Jahren Pionierarbeit. Eine Computermaus, die mit dem Mund zu steuern ist, machte es erstmals auch Menschen mit hoher Querschnittlähmung möglich, einen Computer zu bedienen und damit einer wichtigen Schnittstelle zur Außenwelt teilhaftig zu werden. Spezielle Computer-Softwareprogramme ermöglichen es heute auch schwerst- und mehrfachbehinderten Menschen mittels PC zu lernen, zu arbeiten und zu kommunizieren.

KommR Erik Hanke, Präsident des Vereines "Licht ins Dunkel":
"Dieses Projekt ist ein Beweis österreichischer Qualität und Ingenieurkunst und ein typisches Beispiel wie ausgezeichnet mit ARCS am sozialen und wissenschaftlichen Sektor kooperiert wird. Dafür herzlichen Dank."

Rückfragen & Kontakt:

ARC Seibersdorf research GmbH
Dr. Erich Kny
Telefon: 05 055 0- 3301 DW

"Verein Licht ins Dunkel"
GF Christine Tschürtz
Kramergasse 1, 1010 Wien
Telefon: 01/533 86 88

ORF "Humanitarian Broadcasting"
Christine Kaiser
Würzburggasse 30, 1136 Wien
Telefon: 01/878 78-12422

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