Grünewald: Deutsche Gesundheitsreform kein Vorbild für Österreich

Keine gesundheitspolitische Ziele - Nur Kostenabwälzung auf PatientInnen

Wien (OTS) "Statt klare Spareffekte zu definieren und gesundheitspolitische Ziele zu nennen werden die Kosten auf die PatientInnen übergewälzt," sagt der Gesundheitssprecher der Grünen Kurt Grünewald zum Beschluss der Gesundheitsreform in Deutschland. "Es ist reichlich skurril wenn nun die Kassenbeiträge um ein Prozent gesenkt werden sollen, dafür aber Kosten für Zahnersatz, Medikamente, Arztbesuch, Krankenhausaufenthalte und Krankengeld zunehmend von den PatientInnen bezahlt werden sollen," so Grünewald.

Konjunkturbelebend werden die leeren Brieftaschen der Kranken nicht sein und dass Gesundheit wieder mit dem Einkommen verknüpft wird, scheint auch niemanden zu irritieren.
Eine Rationalisierung des Leistungsangebotes ist weder in Deutschland noch bei unserer Bundesregierung ein zentrales Thema. Es wird versucht, den PatientInnen ungebührliches Konsumverhalten zu unterstellen und ihnen dies auszutreiben.
"Wenn die FPÖ, wie Partik Pable in einer heutigen Aussendung festhält, diese Belastungen der Kranken in Deutschland bei uns für unzumutbar hält, fragt man sich, ob sie die Vorhaben unserer Bundesregierung überhaupt kennt," so Grünewald weiter. Dass die Verwaltungskosten österreichischer Kassen weit unter dem europäischen Schnitt liegen und somit kein nennenswertes Sparpotential enthalten, scheint der FPÖ in ihrem Feindbild der Kassen entgangen zu sein. Auch Köck kann nicht erklären, wie stationäre PatientInnen nach den geplanten Bettenschließungen im ambulanten Bereich "kostenlos” versorgt werden sollten.
Diskussionen mit der Opposition wie in Deutschland gibt es in Österreich nicht und über Überschriften hinaus sind die Regierungspläne nicht gediehen.

"Es ist nicht die Frage alles beim Alten zu belassen. Die Frage lautet: Ist die Überantwortung von Gesundheit an die Möglichkeiten der Kranken nicht das Abschieben von Verantwortung die Einzelne nur schwer tragen können?" so Grünewald abschließend.

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