Dürre in der Steiermark: Bereits Totalschäden in Landwirtschaft

Wlodkowski fordert Unterstützung von Bund und Land für Futterzukauf

Wien (AIZ) - Bei einem Pressegespräch zu den Auswirkungen des Klimawandels und einem Aktionsprogramm der Landwirtschaftskammer Steiermark zur Erreichung des Klimaschutzzieles von Kyoto legten Kammer-Präsident Gerhard Wlodkowski und Kammer-Direktor Heinz Kopetz auch aktuelle Fakten der Auswirkungen der Dürre auf die Grüne Mark vor. Auf sandig-schottrigen Böden sei es zu Totalschäden bei Mais und Kürbis gekommen und südlich der Mur-Mürz-Furche sei die Heuernte katastrophal. Die Landwirtschaftskammer fordert eine Futterzukaufsaktion für Bauern. Auch der Obstbau ist schon von der Dürre betroffen.

Im ersten Halbjahr 2003 hat es in der gesamten Steiermark - mit einem deutlichen Nord-Süd-Gefälle - im Vergleich zu den Normwerten zu wenig geregnet. Vor allem im Süden hat es zum Teil nur 50 bis 60% des langjährigen Durchschnittes geregnet. Niederschlagsverhältnisse mit 200 bis 250 mm seien jenen im Mittelmeerraum oder Nordafrika ähnlich. Im obersteirischen Raum betrugen die Niederschläge bis zu 90% der Normwerte.

Einzelne Betriebe beklagen bereits Totalschäden bei Mais und Kürbis auf seichtgründigen, sandig-schottrigen Böden. Diese Böden befinden sich hauptsächlich in Tälern der Bezirke Graz-Umgebung, Leibnitz, Radkersburg sowie in Teilen des Bezirkes Fürstenfeld. Auf den überwiegend schweren und mittelschweren Böden der Ost- und Weststeiermark sind die Ertragserwartungen im Wesentlichen intakt. Die Niederschläge vom 17.07.2003 haben größtenteils zu einer Entspannung geführt. Kritisch wird die Situation hingegen, wenn weiterhin kein Regen fällt.

In den meisten Bezirken südlich der Gleinalm bis Radkersburg sind teilweise hohe Ertragsausfälle bei Heu zu verzeichnen. Besonders auf Südhängen sind die ersten beiden Schnitte (Grünland wird drei- bis viermal geerntet) zum Teil total ausgefallen oder haben Mindererträge bis zu 50% gebracht. Auf Grund der Trockenheit der letzten Jahre ist das Grasgerüst auf diesen Flächen zum Großteil überhaupt verschwunden. Damit sind auch bei halbwegs guter weiterer Niederschlagsversorgung für den dritten Schnitt Minimalerträge zu erwarten.

Wlodkowski fordert Futterzukaufsaktion

Wlodkowski forderte wie in den vergangenen Jahren von Bund und Land für die betroffenen Gründlandbetriebe eine Futterzukaufsaktion. Damit sollen die betroffenen Bauern für die Erhaltung ihrer Rinderbestände Futtermittel billiger beziehen können.

Getreide unterschiedlich entwickelt

Bei der bereits geernteten Wintergerste gab es in Einzelfällen Ernteeinbußen bis zu 70%. Gleichzeitig erzielte man auf Böden mit guter Wasserversorgung zufriedenstellende Erträge. Im Durchschnitt war die Wintergersten-Ernte im Vergleich zu den vergangenen Jahren bedingt durch die schlechte Frühjahrsentwicklung und wegen der raschen Abreife durch die Trockenheit um 20 bis 25% niedriger. Bei Sommergerste und Weizen sind alle Flächen, im Besonderen jene der Bezirke Judenburg und Knittelfeld, von Trockenheit betroffen. Bei Weizen werden die Ertragsausfälle auf 15 bis 20% und bei Sommergerste auf bis zu 50% geschätzt.

Auch im Obstbau spitzt sich die Lage zu. Vor allem in den südlichen Teilen der Bezirke Weiz und Hartberg sowie in den Bezirken Fürstenfeld, Feldbach und Radkersburg leiden die Obstkulturen. Auf Grund der Trockenheit ist das Wachstum der Früchte gehemmt. Eine weitere Folge ist eine erhöhte Anfälligkeit auf Rost, wodurch die äußere Qualität der Früchte eingeschränkt werden kann. (Schluss)

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