Reichsbrücke "neu": Nicht der Optik, auch der Sicherheit wegen

Schneller und sicherer zu den Erholungs- und Freizeitbereichen

Wien (OTS) - Die Instandsetzung der Reichsbrücke unter der Federführung der MA 29 - Brückenbau und Grundbau, umfasst nicht nur eine breite Palette von brückenbaulichen Maßnahmen im Sinne der Substanzerhaltung des Objekts sondern schließt auch ein großes Paket gemäß den letzten Standards der Verkehrssicherheit mit ein. Hier an erster Stelle zu nennen: die Wiener Stahlleitwand. Sie weist gegenüber den herkömmlichen Leitschienen (oft gefährliche Verformungen und Brüche!) eine weitaus höhere Anfahrfestigkeit auf und nimmt bei einem Unfall mit Schleudereffekt die Kräfte (Anprallmoment) deutlich besser auf als Leitschienen. Dazu kommt, dass bei Unfällen von Motorradfahrern die Gefahr des Durchrutschens wie früher unter den Leitschienen, wegfällt. Seitens der Bauleitung der MA 29 weist Ing. Erich Zsifkovits auf einen weiteren Effekt der Neuerrichtung der Brückenrandstreifen hin: Die Stahlleitwände nehmen in der Tiefe weniger Raum als die Leitschienen mit den Stehern ein, also besteht nach dem Umbau zwischen Leitwand und Brückengeländer dann ein fast einen Meter breiter Bedienungsstreifen für Wartungsarbeiten und Reparaturen, der bei Unfällen auch als Fluchtweg dient - aber normalerweise nicht als Fußweg! Stahlleitschienen mit Unterfahrschutz für Motorradfahrer werden nur mehr im Mittelbereich der Brücke zwischen den Richtungsfahrbahnen montiert.

Eine spezielle Neuerung sowohl hinsichtlich Benützerfreundlichkeit als auch Freizeitwert stellen die verbreiterten Fuß- und Radwege dar, wird von der örtlichen Brückenbauleitung (Zsifkovits, Lang, Resetarits) unisono hervorgehoben. Teilten sich früher Fußgänger, Radfahrer und Behinderte mit ihren Fahrzeugen die Frequenz, so ist im Zuge neuer Freizeitaktivitäten die große Gruppe derer dazugekommen, die mit Rollschuhen, Skatebords, Rollerblades unterwegs sind und die alle hauptsächlich zur Donauinsel wollen, und neuerdings auch die Scooter. Hatte es auf den alten Fuß- und Radwegen bei Schönwetter oft geradezu ein Gedränge gegeben, werden die neuen, wesentlich breiteren -Nutzbreite fast 5 Meter - Wege deutlich mehr Platz bieten. Die alte Konstruktion wird zur Gänze abgebrochen, an ihre Stelle kommt eine im Brückenhohlkasten (Tragwerk) verankerte Stahlkonstruktion mit einer Gesamtbreite von knapp 5,30 Metern. Auf ihr wird, weil Gussasphalt aus statischen Gründen zu schwer wäre, ein dünnerer aber dafür rutschhemmender Belag aufgebracht. Da die MA 29 bei der Instandsetzung der Reichsbrücke so wirtschaftlich wie möglich vorgeht, werden die Geländer der alten Konstruktion wieder verwendet. Im Bauzeitplan ist die Öffnung des verbreiterten - oberstromigen -Geh- und Radwegs für Mitte 2004 vorgesehen; ab dann wird der zweite erneuert, sodass immer eine Querungsmöglichkeit offen bleibt.

Weitere - radfahrer- und behindertengerechte - Verbesserungen stellen die neuen Rampen in den Bereichen rechtes Donauufer und Handelskai dar, damit werden alle Abschnitte von der Vorgartenstraße bzw. dem rechten Donauufer über die Donauinsel bis zum Hubertusdamm gleich bequem zu erreichen sein. Eine weitere Steigerung des Freizeit- und Erholungswerts und eine erleichterte Erreichbarkeit des Gastronomiebereichs wird mit der Errichtung einer Nachtautobushaltestelle der Wiener Linien in Höhe Donauinsel gegeben sein.

Zur Abrundung einer verbesserten Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer, vom Autofahrer bis zum Fußgänger, zählt auch eine entsprechende Beleuchtung. Die gesamte Brückenbeleuchtung wird durch die MA 33 - Öffentliche Beleuchtung (Geschäftsgruppe Stadtentwicklung und Verkehr) einer Revision unterzogen. Die Mastleuchten, die schon bisher die Silhouette der Brücke mitprägten, werden selbstverständlich wieder aufgestellt, aber mit neuen stromsparenden Lampen (16 Watt) ausgerüstet sein, die dennoch eine bessere Lichtausbeute haben. Auch die neuen Gehwege werden eine in die untere Blende der seitlichen ALUCOBOND-Brückenverkleidung integrierte helle Beleuchtung haben, was ebenso dem Sicherheitsgefühl der Benützer entgegenkommen wird wie die Verbesserung der Sichtbeziehungen beim Mexikoplatz.

Allgemeine Informationen:
o MA 29 - Brückenbau und Grundbau: http://www.wien.gv.at/ma29/ (Schluss) pz

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