Salmonellengefahr für ArbeitnehmerInnen und KonsumentInnen

Behörden sind gefordert - Unternehmer soll nicht Sheriff im eigenen Betrieb spielen

Kärnten (HGPD/ÖGB). "Wie der jüngste Fall von Salmonellen im Klagenfurter Strandbad zeigt, spart die Bundesregierung am falschen Platz", stellt Rudolf Kaske, Vorsitzender der Gewerkschaft Hotel, Gastgewerbe, Persönlicher Dienst (HGPD), fest. Die Gewerkschaft HGPD hat schon vor Monaten darauf hingewiesen, was passieren wird, wenn die Bundesregierung mit einem "Federstrich" das Bazillenausscheidergesetz auslöscht.++++

War es früher gesetzlich festgelegt, dass sich die Beschäftigten im Hotel- und Gastgewerbe einer Lungenuntersuchung (wegen TBC) und einer Stuhluntersuchung (Salmonellengefahr) unterziehen mussten, besteht diese Verpflichtung jetzt nicht mehr. Kaske: "Wie der Fall in Klagenfurt zeigt, wird hier kurzfristig gedacht. Sparmaßnahmen dürfen nicht zu Lasten der ArbeitnehmerInnen und der KonsumentInnen gehen. Es steht Leib und Leben sowie der gute Ruf des österreichischen Qualitätstourismus am Spiel." Der Vorsitzende: "Wir fordern die sofortige Wiedereinführung des Bazillenausscheidergesetzes zum Schutz der ArbeitnehmerInnen und der KonsumentInnen."

Videoüberwachung ist menschenverachtend

Zum Plan des betroffenen Restaurantbesitzers kann nur festgestellt werden, dass es menschenverachtend ist, die MitarbeiterInnen in Waschräumen durch Videokameras zu kontrollieren. "Der Unternehmer soll durch Kontrollmaßnahmen, die eindeutig die Menschenwürde berühren, nicht Sheriff im eigenen Betrieb spielen. Hier sind die Behörden gefordert den Fall aufzuklären und die jährlichen Untersuchungen wieder einzuführen", schließt Kaske.

ÖGB, 22. Juli 2003
Nr. 608

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