AK zu Salmonellenfällen: Gesundheitszeugnis für ArbeitnehmerInnen wieder einführen

Wien (AK) - Auf Grund der Salmonellen-Infektionen in Klagenfurt fordert die AK die sofortige Wiedereinführung des verpflichtenden Gesundheitszeugnisses für Beschäftigte im Hotel- und Gastgewerbe bzw in Lebensmittelbetrieben. Diese regelmäßige amtsärztliche Bestätigung nach dem Bazillenausscheidergesetz, dass Mitarbeiter keine Krankheitserreger ausscheiden, wurde nämlich im letzten April im Zuge der Verwaltungsreform abgeschafft. Gewerkschaft und AK haben damals heftig protestiert und kritisiert, dass der Konsumenten- und Arbeitnehmerschutz auf der Strecke bleibt, weil zB Tuberkulose oder Salmonellen unerkannt bleiben.

Das Bazillenausscheidergesetz hat vorgeschrieben, dass Mitarbeiter in solchen Firmen einmal jährlich eine Stuhluntersuchung und jedes zweite Jahr eine Lungenuntersuchung beim Amtsarzt machen müssen. Verantwortlich dafür war der Unternehmer. Diese Schutzbestimmung gibt es nun nicht mehr, weil sie angeblich veraltet und fachlich überholt war und ein Einsparungspotential von 2,18 Mio Euro bringen sollte. Die AK hat damals davor gewarnt, dass hier unter dem Deckmantel der Modernisierung der Gesundheitsschutz von KonsumentInnen und ArbeitnehmerInnen auf der Strecke bleibt. Sollte sich herausstellen, dass ein Mitarbeiter des Klagenfurter Strandbadbuffets ein Salmonellen-Ausscheider war, gehen die mindestens 50 Erkrankungen auf das Konto dieser politischen Kurzsichtigkeit. Da auch einige Mitarbeiter erkrankt sind und eine zeitlang nicht arbeiten dürfen, wäre dem Arbeitgeber ein Gesundheitszeugnis zur rechten Zeit auch weit billiger gekommen, meint die AK.

Hygienebestimmungen und deren Einhaltung sowie regelmäßige Untersuchungen von Mitarbeitern sind daher in Hotel- und Gastgewerbebetrieben sowie in Lebensmittel erzeugenden oder verarbeitenden Unternehmen als Gesundheitsschutzmaßnahme unumgänglich, sagt die AK. Immerhin zählen Salmonellenerkrankungen zu den häufigsten Lebensmittelvergiftungen. Jährlich werden mehr als 8.000 Salmonelleninfektionen in ganz Österreich gemeldet.

Tipps für sichere Lebensmittel
+ Geflügel und Eier immer im Kühlschrank und getrennt von anderen Speisen lagern.
+ Küchenwerkzeug, das mit rohem Geflügel oder Eiern in Kontakt war, niemals gleichzeitig für andere Lebensmittel verwenden und immer heiß und mit Spülmittel reinigen.
+ Wenn Sie mit rohem Geflügel oder Eiern gearbeitet haben, immer mit Seife und warmen Wasser die Hände waschen, zum Abtrocknen am besten Einwegtücher verwenden.
+ Geflügel und Eier gut durcherhitzen - mindestens 10 Minuten bei 75 Grad Celsius .
+ Rohe oder weiche Eier meiden, speziell wenn Sie die Eier schon länger gekauft haben. Harte Eier sollen eine Kochzeit von mindestens 7 Minuten hinter sich haben.
+ Tauen Sie gefrorenes Geflügel in einem Gefäß auf, das das Tauwasser auffängt, so dass es nicht mit anderen Lebensmitteln in Berührung kommt.

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