"profil": Voest-Chef Struzl war in Insidergeschäfte verwickelt

Im Vorjahr Ermittlungen wegen auffälliger VAE-Kursentwicklung - außergerichtlicher Tatausgleich verhinderte Prozess

Wien (OTS) - Wie das Nachrichtenmagazin "profil" in seiner Montag erscheinenden Ausgabe berichtet, wurden VoestAlpine-Chef Franz Struzl Insidergeschäfte in Aktien der VAE AG vorgeworfen. Gegen Struzl wurde im vergangenen Jahr Strafanzeige erstattet. Durch einen außergerichtlichen Tatausgleich - Struzl bezahlte insgesamt 300.000 Euro - sei allerdings ein Prozess verhindert worden.

Im Juli 2002 hatte der deutsche Vossloh-Konzern seine Beteiligung in Höhe von 45,3 Prozent an der VAE AG (ehemals Voest Alpine Eisenbahnsysteme) an die VoestAlpine verkauft. Diese übernahm nach einem Abfindungsangebot von 221,5 Euro je Aktie an die Streubesitzaktionäre die VAE zur Gänze. Im Vorfeld der Übernahme wurden bei der Kursentwicklung und den Börseumsätzen der VAE-Aktien Auffälligkeiten registriert, die zu Ermittlungen der Finanzmarktaufsicht führten.

"profil" berichtet, dass es sei in der Folge zu einer Strafanzeige gegen Struzl gekommen ist. Im Wege einer so genannten Diversion, bei der die Staatsanwaltschaft einem außergerichtlichen Tatausgleich zustimmt, wurde vereinbart, dass Struzl eine Strafe in Höhe von 50.000 Euro zu bezahlen hat. Zusätzlich musste er 250.000 Euro einem karitativen Verein spenden.

Struzl bestätigt gegenüber "profil", dass "gegen eine Reihe möglicherweise involvierter Personen ermittelt worden" ist. "Im Detail" wollte sich der Voeat-Chef zu den Vorfällen jedoch nicht äußern, bestritt jedoch, an den Transaktionen "irgendetwas verdient" zu haben. Voest-Aufsichtsratschef Rudolf Streicher wurde von den ermittlungen routinemäßig informiert, sah aber keine Veranlassung zu irgendwelchen Schritten, weil sich nach seiner Ansicht herausgestellt habe, "dass das Ganze keine rechtliche Relevanz hatte".

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