Mit Sicherheit nicht farbenblind ...

Wien (OTS) - Beruhigungsspritzen werden Patienten in psychotischen Zuständen nur im Beisein eines Amtsarztes verabreicht. Ansonsten sind "mechanische Maßnahmen", z.B. Zwangsjacken angebracht. Nur wenn der Patient für seine Umgebung ein offenkundiges Sicherheitsrisiko darstellt, darf unmittelbar zu narkotisierenden Mitteln - auch ohne Voruntersuchung - gegriffen werden. Wurde von den Sanitätern des Rettungsfahrzeuges angenommen Afrikaner seien von Natur aus agressiv und stellten grundsätzlich eine Gefährdung dar, so dass sie Cheibane Wague einfach "niederspritzten"?
Psychotische Attacken und psychische Ausnahmesituationen sind nicht von Herkunft und Abstammung abhängig. Warum muss sowohl in der Behandlung als auch in der Berichterstattung so sehr zwischen Afrikanern und anderen Menschen unterschieden werden. Man erwähnt ja sonst auch nicht auf dem Titelseite bei einer Todesmeldung die Herkunft des Betroffenen. Die aufgeheizte Berichterstattung gegen Afrikaner wirkt offensichtlich sogar auf die Gemüter von Rettungsmannschaften.
"Hautfarbe und Herkunft dürfen bei der Behandlung und Rettung von Menschen keine Rolle spielen", sagte Elisabeth Ebner, Generalsekretärin der Österreichischen Liga für Menschenrechte.

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Elisabeth Ebner, Österreichische Liga für Menschenrechte, Tel.: 99 00 423

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