"Neues Volksblatt" Kommentar: "Typ Politiker" (Von Franz Rohrhofer)

Ausgabe vom 19. Juli 2003

Linz (OTS) - =

Wenn der politische Alltag mit seinen angeblich
heißen Themen in fade Routine abzugleiten droht, wird gerne spekuliert. Zum Beispiel über die Kandidaten für die Bundespräsidentenwahl im nächsten Jahr. Aus heutiger Sicht scheint die Zeit der Diplomaten zu Ende zu gehen. Nach Kirchschläger, Waldheim und Klestil werden selbst der charmant lächelnden Außenministerin nicht mehr die besten Chancen eingeräumt. Stattdessen könnte die Stunde der gestandenen Macht- und Parteipolitiker wie Heinz Fischer und Erwin Pröll schlagen. Warum diese Rückkehr zum Typus Politiker? Nun, er kennt alle Winkelzüge politischer Taktik und Strategie, was nach den Erfahrungen bei den jüngsten Regierungsverhandlungen nicht unwichtig ist. Bei ihm ist außerdem die Gefahr gering, er könnte einmal vergessen, wer ihn nominiert hat. Die Kandidatur so starker Politikerpersönlichkeiten wäre übrigens ein Signal in Richtung Österreich-Konvent. Sie würden sich kaum mit reduzierten Repräsentationsaufgaben begnügen. Daraus schließt: Die Parteien, die sie nominieren, denken durchaus daran, dem Amt wieder Stärke einzuräumen.

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