GPA-Fetik: Sozial gestaltete Ladenöffnungszeiten in Wien sicherstellen

Weitere Ausdehnung der Öffnungszeiten ist aus Frauensicht abzulehnen

Wien (GPA/ÖGB). "Durch das neue Öffnungszeitengesetz werden ab August arbeitnehmerInnenfeindliche Arbeitszeiten im Handel ermöglicht. Es kommt nun auf die soziale Verantwortung der jeweiligen Länderchefs an und ich erwarte für den Wiener Handel eine Lösung, mit der die Interessen und Bedürfnisse der hier tätigen MitarbeiterInnen nicht unter die Räder geraten", apelliert die Wiener Frauenvorsitzende der Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA), Ilse Fetik, anlässlich der am kommenden Montag stattfindenden Sozialpartnergespräche an Bürgermeister Michael Häupl, eine weitere Ausdehnung der Öffnungszeiten per Verordnung zu verhindern.++++

Längere Öffnungszeiten im Handel gehen vor allem auf Kosten von Frauen, die mit rund 70 Prozent den Großteil der im Handel beschäftigten ArbeitnehmerInnen ausmachen. Die Bundesregierung habe ihre Öffnungszeitenpläne ohne jegliche Rücksichtnahme auf erforderliche zusätzliche Kinderbetreuungseinrichtungen und Verkehrsverbindungen durchgesetzt, kritisiert Fetik und führt an, dass rund ein Drittel der Frauen, die in den Geschäften der Wiener Mariahilfer Straße arbeiten, einen täglichen Anfahrtsweg von über 60 km zurückzulegen hätten. "Arbeitszeiten bis in die Nachtstunden hinein machen gerade für diese Frauen die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zum unlösbaren Problem."

Befragungen an KonsumentInnen würden belegen, dass kein Bedarf an zusätzlichen Öffnungszeiten im Handel bestehe. Entsprechend hätten auch bisherige Liberalisierungsschritte gezeigt, dass längeres Offenhalten nicht automatisch zu Umsatzzuwächsen führt. Auch positive Beschäftigungseffekte wären nicht zu erwarten. Vielmehr würden bestehende Vollzeitarbeitsplätze noch stärker als bisher zu Teilzeitjobs filetiert. "Die klaren Profiteure längerer Einkaufszeiten sind die großen Handelskonzerne, die sich über Umsatzverschiebungen zu ihren Gunsten freuen können. Auf der Strecke bleiben die ArbeitnehmerInnen im Handel sowie die vielen kleinen und mittleren Unternehmen. Ein Szenario, das nicht im Interesse Wiens liegen kann", schließt Fetik.

ÖGB, 18. Juli 2003
Nr. 602

Rückfragen & Kontakt:

GPA
Mag. Isabel Koberwein
Telefon: (01) 313 93-207
Mobil: 0676/817 111 207
eMail: isabel.koberwein@gpa.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NGB0003