Wöchentlicher Finanzmarktkommentar der Volksbank Investmentbank: 21. bis 25.07.2003

Wien (OTS) - US-Notenbankchef Greenspan hat in seinem Halbjahresbericht vor dem Kongress erklärt, die Leitzinsen eine beträchtliche Zeit niedrig zu halten, um die Wirtschaft zu stimulieren. Die Gefahr einer Deflation sei so gering, das es unwahrscheinlich sei, das die Notenbank unkonventionelle Maßnahmen ergreifen müsse, um Inflation zu generieren. Bezüglich des US-Wirtschaftswachstums zeigte sich der Fed-Chef mit einer erwarteten BIP-Wachstumsrate von 2,5 bis 2,75 für heuer und 3,75 bis 4,75 Prozent für nächstes Jahr unerwartet optimistisch. Die Rendite zehnjähriger US-Treasuries stieg nach der Greenspan-Rede um beachtliche 26 Basispunkte, was dem größten Tagesanstieg seit März 1996 entsprach.

Die Mehrzahl der Wirtschaftsdaten fiel in der letzten Woche im Rahmen der Markterwartungen aus. Aus Deutschland kamen dieses Mal erfreuliche Daten. Der vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) ermittelte Saldo der Konjunkturerwartungen von Analysten und institutionellen Anlegern ist im Juli auf 41,9 Punkte (Juni: 21,3 Punkte) gestiegen. Vom Markt wurde nur ein Anstieg auf 24,0 Punkte erwartet. Zu dem Optimismus haben laut ZEW die gestiegenen Aktienkurse, der etwas schwächere Euro und die Fortschritte in der Reformdiskussion beigetragen. In dieser Woche wird nur eine geringe Zahl an wichtigen Wirtschaftsdaten veröffentlicht. Auf das größte Marktinteresse dürfte der US-Frühindikator stoßen, der sich nach einem Anstieg von 1 Prozent M/M im Mai im Juni wieder geringfügig verbessern sollte.

Der Dollar konnte nach der Greenspan-Rede und einzelnen guten Unernehmensergebnissen in der letzten Woche im Verhältnis zum Euro zulegen. Zwischenzeitlich markierte er mit einem Wert von 1,1160 sogar den stärksten Stand seit Ende April. Ende Mai lag das Währungsverhältnis noch bei über 1,19 US-Dollar je Euro. Auch in dieser Woche sollte der Dollar stark bleiben.

Die Mehrzahl der Aktienindizes notiert aktuell auf einem ähnlichen Stand wie vor einer Woche. In der gegenwärtigen Unternehmensberichtssaison gab es bisher nur wenige Enttäuschungen. Unternehmen wie Intel, Motorola und SAP präsentierten Ergebnisse, die über den Markterwartungen lagen. Beim Ausblick zeigten sich die meisten Unternehmen jedoch noch zurückhaltend. Lucent hat sogar seine Gewinnerwartung für das laufende Quartal wegen der Schwäche im Mobilfunkmarkt reduziert. Auch Nokia rechnet im dritten Quartal mit einem schwachen Ergebnis. Optimistisch zeigte sich Intel. Das Unternehmen will im dritten Quartal bei einem erwarteten Umsatzanstieg von 6 Prozent Q/Q die Gewinnmargen weiter steigern. Auch in dieser Woche erwarten wir ein Anhalten der freundlichen Grundstimmung an den Aktienmärkten, die das Risiko von deutlichen Kurseinbrüchen weiterhin begrenzen sollte.

Der ATX-Index notiert aktuell etwas höher als vor einer Woche. Die höchsten Kurszuwächse im Index verzeichnete in der letzten Woche die Aktie von RHI. Das Unternehmen erwartet demnächst einen wichtigen Verfahrenschritt bei den wegen tausender Asbestklagen Anfang 2002 in den USA eingeleiteten Chapter-11-Verfahren der amerikanischen Töchter.

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