Sparen mit Arzneimitteln statt Sparen bei Arzneimitteln

Sparkurs bei den Medikamenten geht zu Lasten der Patienten.

Wien (OTS) - "Noch größerer Druck auf die Medikamentenpreise führt zu einer Zwei-Klassen-Medizin", warnt Erhard P. Geisler, Geschäftsführer der Pharmig, Vereinigung pharmazeutischer Unternehmen, vor den negativen Konsequenzen eines neuerlichen Arzneimittel-Sparpakets. "Die Folge wird sein, dass nur noch jene innovative Arzneimittel bekommen, die sich das auch leisten können."

Die Gründe: Einerseits würden weitere Preissenkungen dazu führen, dass viele Medikamente erst gar nicht in Österreich eingeführt werden. Andererseits, so die Befürchtungen, werden sich die jetzt schon jahrelang dauernden Preisverhandlungen mit dem Hauptverband künftig noch mehr in die Länge ziehen. Die österreichischen Patienten müssen dann noch länger darauf warten, dass innovative Arzneimittel von der Krankenkasse bezahlt werden. Weitere Preissenkungen würden außerdem bewirken, dass die Patienten für viel mehr Medikamente allein aufkommen müssen, nämlich für jene, die unter der Rezeptgebühr von 4,25 Euro liegen. Das ist jetzt schon bei jedem vierten Medikament der Fall, bei Kleinpackungen sogar bei jedem dritten Medikament.

"Was in der Diskussion völlig zu kurz kommt, ist aber die Tatsache, dass Arzneimittel laut Studien das Dreifache ihrer Kosten einsparen", argumentiert Hubert Dreßler, Geschäftsführer der Aventis Pharma GmbH und Pharmig-Vorstand. Denn qualitativ hochwertige Medikamente verkürzen Spitalsaufenthalte und Krankenstände und machen teure Operationen überflüssig. "Das Motto der Gesundheitspolitik muss daher lauten: Sparen mit Arzneimitteln statt Sparen bei Arzneimitteln", betont Dreßler. "Alles andere ist einfach kontraproduktiv."

Dem verstärkten Einsatz von Generika steht man von Seiten der Pharma-Industrie grundsätzlich positiv gegenüber. Allerdings nur, wenn gleichzeitig der Pharmamarkt liberalisiert wird. Derzeit ist es nämlich so, dass bei Einführung eines Generikums der Preis des Originalpräparats um 23 Prozent gesenkt wird, die Folge: Der Preisunterschied zwischen Originalpräparat und Generikum macht nur noch 10 Prozent aus - zu wenig, um so große Summen einsparen zu können. "Wie Ministerin Rauch-Kallat allein durch den vermehrten Einsatz von Generika 700 Millionen Euro einsparen will, ist mir daher ein Rätsel", erklärt Aventis-Chef Dreßler.

Einmal mehr fordert die Pharma-Industrie die Einführung von EU-Durchschnittspreisen. Derzeit liegen die österreichischen Medikamentenpreise immer noch 14 Prozent unter dem EU-Schnitt (offizielle Zahlen des Hauptverbands).

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