OÖGKK unterstützt Vorstoß der Gesundheitsministerin: Mut zu echter Reform

Wien (OTS) - Die OÖ Gebietskrankenkasse begrüßt das von Bundesministerin Maria Rauch-Kallat definierte 800 Mio-Euro-Einsparungsziel bei den Medikamenteausgaben. Die von der Gesundheitsministerin, der Bundesärztekammer und der Europäischen Vereinigung der Pharmaindustrie in Diskussion gebrachten Maßnahmen haben die volle Unterstützung der OÖGKK. Besonders erfreut ist die OÖGKK, dass hier ein Maßnahmenbündel aufgegriffen wurde, das vor rund 14 Tagen von der OÖGKK bereits der Öffentlichkeit präsentiert wurde.

Ministerin Maria Rauch-Kallat hatte angeregt, den Generika-Anteil zu erhöhen. Generika sind Nachahmer-Präparate, die nach Ablauf der Patente der Originale mit gleicher Qualität und gleichem Zulassungsweg, aber in anderer Verpackung und zu günstigeren Preisen angeboten werden. In Österreich liegt der Generika-Anteil bei unter zehn Prozent der Verordnungen. In Deutschland sind rund 40 Prozent und in Dänemark gar 60 Prozent der Verschreibungen Generika. Die OÖGKK hat übrigens mit 13,12 Prozent unter allen österreichischen Krankenkassen den höchsten Generika-Anteil. Die OÖ Gebietskrankenkasse konnte den Generika-Anteil in den vergangenen Jahren durch intensive Kommunikation und Kooperation mit den Vertragsärzten steigern.

Die Anhebung der Generikaquote in Österreich auf 30% brächte bis 2006 rund 500 Mio. Euro. Dazu ist es aber notwendig, dass der Hauptverband sein Preisfindungssystem ändert und mehr Wettbewerb im Pharmabereich Platz greift. Zu Recht verweist Staatsekretär Waneck darauf, dass eine Marktliberalisierung im Pharmabereich nach internationalen Erfahrungen zu Preisreduktionen führt. Mehr Markt bedeutet, dass die Pharmaindustrie auf den Abnahmeschutz durch die Krankenversicherung verzichten muss, mit dem Wettbewerb schwer möglich ist.

Die von der OÖGKK kritisierten überdimensionierten Marketing- und Werbeausgaben der Pharmaindustrie werden auch von Frau Bundesministerin Rauch-Kallat und dem Bundesärztekammer-Präsidenten Brettenthaler massiv in Frage gestellt. Kongresse und Reisen haben selten etwas mit medizinischer Fortbildung zu tun, so die beiden Gesundheitspolitiker. Als Alternative kann sich Frau Bundesministerin Rauch-Kallat eine von der OÖGKK vorgeschlagene unabhängige Informationsinstitution vorstellen. Dies ist schon deshalb zu begrüßen, weil dadurch eine objektive Information an die Ärzteschaft und ein öffentlicher Schutz der PatientInnen gewährleistet ist.

Dass bei der Verordnung von Medikamenten in den Arztpraxen und den Krankenanstalten der Wirkstoff und nicht der Markenname eines Medikamentes entscheidend sein soll, ist der richtige Weg zu mehr Qualität im Gesundheitswesen.

Die Forderung der Bundesärztekammer nach Reduzierung der Umsatzsteuer auf Medikamente liegt ebenfalls auf der Linie der OÖGKK.

In einem ersten Teilpaket muss die Senkung der im EU-Vergleich viel zu hohen Apothekenspannen in Österreich enthalten sein. So bestätigt die Europäische Vereinigung der Pharmaindustrie, dass die österreichischen Apotheker vom Verkaufspreis eines Medikamentes 32,1%, nach Preisnachlass noch immer 27,9%, als Entgelt vereinnahmen, während der europäische Schnitt bei 23,7% liegt.

Die OÖGKK begrüßt die Vorschläge, die nun von der Gesundheitsministerin, der Ärztekammer und der Europäischen Pharmaindustrie gemacht wurden, weil sie sowohl die Qualitäts- als auch die gesundheitsökonomischen Anforderungen erfüllen. Da diese Vorschläge langjährigen Forderungen der OÖGKK entsprechen und vernünftig sind, ist die OÖGKK selbstverständlich gerne bereit, das hohe Know-How Ihrer Expertinnen und Experten bei diesem Reformvorhaben zur Verfügung zu stellen.

Die nun auf Basis der Vorschläge der OÖGKK diskutierten Medikamente-Maßnahmen erfüllen weit besser die Kriterien von allokativer Effizienz, Finanzergiebigkeit und sozialpolitischer Korrektheit als Belastungen für Patienten und Beitragszahler oder der unverständliche Entzug von Rücklagen der OÖGKK.

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