Bundessparte fordert koordinierte europäische Politik für Handwerk und KMU

WKÖ unterstützt Initiative europäischer Handwerksverbände

Wien (PWK 486) - Die Initiative der wichtigsten europäischen Handwerksverbände, eine Offensive für Handwerk und KMU im Rahmen einer koordinierten europäischen Politik einzufordern, wird auch von der Bundessparte Gewerbe und Handwerk voll unterstützt. "Der österreichische Mittelstand ist genauso wie in Deutschland, Frankreich oder Italien mit den gleichen Problemen und bürokratischen Hindernissen konfrontiert, weshalb eine gemeinsame Aktion zu Stärkung des Handwerks gerade am Beginn eines riesigen Erweiterungsprozesses notwendig ist", zeigt sich der Geschäftsführer der Bundessparte, Helmut Heindl, überzeugt. Es gelte, die richtigen Akzente zeitgerecht zu setzen, um die Wettbewerbsfähigkeit des europäischen Handwerks zu verbessern.

Handwerksbetriebe haben in Europa zahlreiche Gemeinsamkeiten, die gesellschaftspolitisch von erheblicher Bedeutung sind. Sie übernehmen Verantwortung, indem sie jungen Menschen eine qualifizierte Ausbildung ermöglichen. Sie bieten auch jenen Menschen eine Chance, die auf dem Arbeitsmarkt aufgrund unzureichender Qualifikationen oder körperlicher Handicaps kein Beschäftigung finden würden und sie bilden Mitarbeiter aus, die in anderen Wirtschaftszweigen hochqualifizierte Leistungen bringen können. Der Mittelstand spielt darüber hinaus auch ein wichtige soziale Rolle. Die Betriebe zeichnen sich durch eine hohe Verantwortlichkeit für ihre Mitarbeiter und deren Familien aus, was besonders in konjunkturell schwierigen Zeiten hervorzuheben ist.

Um die wirtschaftliche Bedeutung des Mittelstandes in Europa zu erhalten, fordern die Handwerksverbände eine Vereinfachung des Rechtsrahmens, einen spürbaren Bürokratieabbau und Verbesserungen der Rahmenbedingungen für Gründer und Unternehmensübergaben. Um das "Unternehmertum" in der Gesellschaft zu fördern, wird u.a. eine gemeinsame europaweite Imagekampagne gefordert, die eine Steigerung des Ansehens der Handwerkstätigkeiten zum Ziel haben.

Die wesentliche Verbesserung des Zugangs zu Finanzierungsmitteln sind genauso im Forderungsprogramm enthalten, wie die deutliche Rückführung der hohen Steuerbelastung, um mehr Wachstum und Beschäftigung schaffen zu können. Konkret wird z.B. ein steuermindernder Zinsabschlag vom Eigenkapital gefordert, um die traditionell schwache Eigenkapitalbasis der KMU zu stärken. In diesem Zusammenhang fordert Heindl, "dass die positiven Erfahrungen mit dem europäischen Feldversuch eines ermäßigten Mehrwertsteuersatzes für arbeitsintensive Leistungen zum Anlass genommen werden sollen, ab 2004 in der gesamten EU dieses Instrument einzuführen."

Ein zentraler Punkt im Rahmen der Gestaltung einer KMU-freundlichen EU-Politik ist der Bildungsbereich. Um die wichtige Ausbildungsfunktion des Handwerks in ganz Europa zu erhalten, ist es notwendig, die EU-Programme wie Leonardo und Sokrates fortzuführen und anwenderfreundlich auszubauen. Die Ausbildung zum Handwerksmeister bietet sich als grundlegendes Qualifizierungsmodell an und sollte z.B. durch grenzüberschreitende Praktika ergänzt werden. Heindl abschließend:"Es wird in den nächsten Jahren auch für Handwerksbetriebe immer wichtiger, Kooperationen über die nationalen Grenzen hinaus zu suchen und jede Chance zu nützen, am gesamten Binnenmarkt aktiv teilzunehmen. Die WKÖ unterstützt diese Bemühungen und fördert die KMU bei geplanten Auslandsaktivitäten, z.B. durch Coaching von Handwerksbetrieben von der Erstberatung bis zur umfassenden Projektbetreuung." (US)

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Bundessparte Gewerbe und Handwerk
Mag. Helmut Heindl
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