150 Meter in 6 Minuten

Die Sechsminuten-Gehstrecke zeigt Prognose beim Lungenhochdruck

Wien (OTS) - "Ein Gesunder legt in sechs Minuten etwa 600 Meter zurück", sagt die Wiener AKH-Internistin Irene Lang. "Patienten mit Lungenhochdruck schaffen wegen Luftmangels meist nur 300 bis 350 Meter; wer sogar nur 150 Meter oder weniger gehen kann ist wirklich schlecht dran."

In der Behandung der PAH (Pulmonale Arterielle Hypertension, deutsch 'Lungenhochdruck') ist der Sechsminuten-Gehtest ein guter Test zur Beurteilung der körperlichen Leistungsfähigkeit und des Therapieerfolges; er wird aber auch bei einer Reihe anderer schwerer Krankheiten eingesetzt. Nötig sind lediglich ein ruhiges Stück Gang mit meterweisen Markierungen und eine Stoppuhr. Allerdings ist die Durchführung zeitaufwendig und wird daher aus Personalgründen viel zu selten vorgenommen.

Irene Lang weiter: "Die Verbesserungen des Gehtests unter Behandlung mit dem neuen Endothelin-Antagonisten Bosentan, den man einfach schlucken kann, sind eindrucksvoll. In den klinischen Studien zeigte sich parallel zur Verlängerung der Gehstrecke auch eine deutliche Verbesserung der Beschwerden und eine Verlängerung der Überlebensrate von 86% im Vergleich zur erwarteten Überlebensrate von 48%."

Noch vor einem Jahrzehnt galt Lungenhochdruck als praktisch unbehandelbar. Die einzige Möglichkeit bestand in einer Herz-Lungen-oder Lungen-Transplantationen. Dann kam die Therapie der Blutverdünnung und eine Herzentlastung mit harntreibenden Medikamenten. Seit rund zehn Jahren stehen pulmonale Vasodilatatoren zur Verfügung, greifen jedoch therapeutisch zu kurz und sind mit deutlichen Nebenwirkungen und, in manchen Fällen mit einer Verschlechterung der Lebensqualität verbunden.

PAH ist glücklicherweise äußerst selten - in Österreich leiden rund 700 Patienten an dieser Krankheit. Unbehandelt sterben 45 bis 60 Prozent der Patienten innerhalb von zwei Jahren. Wegen der unspezifischen ersten Symptome - Kurzatmigkeit, chronische Müdigkeit oder Brustschmerzen - wird die Krankheit spät oder falsch diagnostiziert. Frauen sind häufiger betroffen als Männer; das mittlere Alter bei Krankheitsbeginn beträgt 36 Jahre.

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